750 Jahre Dorfgeschichte lassen sich nicht an einem Wochenende erzählen. Doch man kann sie drei Tage lebendig werden lassen.
Anlässlich des 750-jährigen Bestehens verwandelte sich Neuendorf vom 12. bis 14. Juni erstmals in einen mittelalterlichen Markt. Wo sonst das traditionelle Sommersonnenwendefest gefeiert wird, schlugen Händler ihre Stände auf, Handwerker zeigten längst vergessene Künste, Musikanten spielten auf und Gaukler, Tänzerinnen sowie Krieger ließen vergangene Zeiten aufleben. Ein besonderer Geburtstag verlangte schließlich nach einem besonderen Fest. So wurde aus einem gewöhnlichen Festplatz für drei Tage ein Ort, an dem Geschichte nicht nur erzählt, sondern erlebt werden konnte.
Nur einer schien den Zeitreisenden einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen: Thor, der nordische Gott des Donners und des Wetters. Offenbar hatte er Gefallen daran gefunden, die Neuendorfer immer wieder mit einem Regenschauer zu überraschen. Doch vielleicht gehörte selbst das wechselhafte Wetter einfach zu einer Reise in längst vergangene Zeiten. Immer wieder rissen die Wolken auf und gönnten allen Besuchern und Akteuren eine Regenpause, sobald Musik erklang, Krieger ihre Schwerter kreuzten oder die Gaukler das Publikum zum Lachen und Staunen brachten.
Dass dieses Fest überhaupt bei freiem Eintritt stattfinden konnte, war alles andere als selbstverständlich. Möglich wurde dies nur dank der großzügigen Unterstützung zahlreicher Sponsoren und Spender sowie des großen ehrenamtlichen Engagements vieler Neuendorferinnen und Neuendorfer.
Unser herzlicher Dank gilt der Gemeinde Süderholz, der Jagdgenossenschaft Neuendorf, der E.DIS Netz GmbH und HIB Meisterbau für ihre großzügige Unterstützung. Mehr als 2.000 Euro kamen außerdem durch zahlreiche private Spenden zusammen, die unter anderem beim NCC-Revival gesammelt wurden und wesentlich zum Gelingen des Festes beitrugen.
Ebenso bedanken wir uns bei allen Kuchenbäckerinnen und Kuchenbäckern, deren Köstlichkeiten nicht nur für genussvolle Stunden sorgten, sondern ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung des Festes leisteten. Unser Dank gilt auch der Jungen Gemeinde für das liebevoll gestaltete Bastelangebot, Familie Müns für die Bereitstellung ihrer Flächen als Parkplätze sowie den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die oft im Hintergrund dafür sorgten, dass dieses Fest überhaupt möglich wurde.
Ein bleibendes Zeichen des Jubiläums ist außerdem das neue Festzelt. Seine Anschaffung wurde durch die Greifenwind GmbH, die Wind GmbH, die Baltic Agrar Kandelin GmbH sowie durch Fördermittel der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht. Damit bleibt vom Jubiläumsjahr nicht nur eine schöne Erinnerung, sondern auch ein dauerhafter Gewinn für die Dorfgemeinschaft.
Das Mittelalterfest war einer der Höhepunkte im Jubiläumsjahr zum 750-jährigen Bestehen Neuendorfs. Im kommenden Jahr wird an seiner Stelle wieder das traditionelle Sommersonnenwendefest stattfinden, das seit vielen Jahren vom Dorfverein, der Freiwilligen Feuerwehr, der Kindertagesstätte und der Schule gemeinsam gestaltet wird.
Das Jubiläumsjahr schreibt viele Kapitel. Das Mittelalterfest war sicherlich eines der außergewöhnlichsten. Nicht wegen des Regens, sondern weil es zeigte, dass Neuendorf auch nach 750 Jahren vor allem eines geblieben ist: eine Dorfgemeinschaft, die zusammenhält.
750 Jahre Dorfgeschichte lassen sich nicht an einem Wochenende erzählen. Das Mittelalterfest hat jedoch eindrucksvoll gezeigt, dass Geschichte dann besonders lebendig wird, wenn eine ganze Dorfgemeinschaft sie gemeinsam gestaltet. Mit dem historischen Frühschoppen am 12. Juli wurde diese Reise durch 750 Jahre Neuendorf bereits fortgesetzt. Wie genau, berichten wir in der nächsten Ausgabe.