Sie schneit in deinen Träumen
Im Schlafe unter Bäumen
Oder unterm Sternenzelt
Einfach wo es dir gefällt
Nachtflocken sind stets dunkelbunt
Wie ein gescheckter Pflaumenhund
Mit viel zu großen Ohren
Als wär’ zum Fliegen er geboren
Fast wie selbst gestrickte Socken
Haben sie natürlich Zackenlocken
Die kleinen, einfarbig flauschig weiche
Die großen, eckig runde farbenreiche
Außerdem sind sie echt lecker
Auch ohne Zucker, ohne Bäcker
Und anders, als bei Hafer oder Schnee
Schmecken sie auch pur, bis runter in den großen Zeh
Schmecken nach Sonne, Mond und Blumenduft
Nach Ahornsirup und nach Zirkusluft
(wie die wohl schmeckt?)
Im Monden- und im Sternenschein
Fühlt sich die Flocke ganz daheim
Auch aus dunklen Wolken fällt sie
Sowie in schönster Sonne da wie hie
Im Regen schmilzt sie nicht
Auch nicht im hellen Tageslicht
Diese besond’re Flocke vergeht nur
Dann aber ganz ohne jede Spur
Wenn du irgendwann dein Herz verschließt
Und das Kind in dir vergisst
Nachtflocken sind wie schon der Name sagt
- Nur falls mal jemand fragt -
Nicht aus Schnee gemacht
Sondern aus Freude und reiner frischer Nacht
Man kann sie essen, trinken oder schmecken
Traumstadtdächer damit decken
Wunderbare Bilder daraus malen
Oder Futter für Pflaumenhunde mit bezahlen
Ganz egal, ob Dunkel oder Licht
Nur für Dieses eignen sie sich nicht:
Schlechte Laune und das graue Nichts!
Ende des Gedichts