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Süderholzer Blatt
Ausgabe 428/2026
Poesie und Dichtung
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Die Nachtflocke

Sie schneit in deinen Träumen

Im Schlafe unter Bäumen

Oder unterm Sternenzelt

Einfach wo es dir gefällt

Nachtflocken sind stets dunkelbunt

Wie ein gescheckter Pflaumenhund

Mit viel zu großen Ohren

Als wär’ zum Fliegen er geboren

Fast wie selbst gestrickte Socken

Haben sie natürlich Zackenlocken

Die kleinen, einfarbig flauschig weiche

Die großen, eckig runde farbenreiche

Außerdem sind sie echt lecker

Auch ohne Zucker, ohne Bäcker

Und anders, als bei Hafer oder Schnee

Schmecken sie auch pur, bis runter in den großen Zeh

Schmecken nach Sonne, Mond und Blumenduft

Nach Ahornsirup und nach Zirkusluft

(wie die wohl schmeckt?)

Im Monden- und im Sternenschein

Fühlt sich die Flocke ganz daheim 

Auch aus dunklen Wolken fällt sie

Sowie in schönster Sonne da wie hie

Im Regen schmilzt sie nicht

Auch nicht im hellen Tageslicht

Diese besond’re Flocke vergeht nur

Dann aber ganz ohne jede Spur

Wenn du irgendwann dein Herz verschließt

Und das Kind in dir vergisst

Nachtflocken sind wie schon der Name sagt

- Nur falls mal jemand fragt -

Nicht aus Schnee gemacht

Sondern aus Freude und reiner frischer Nacht

Man kann sie essen, trinken oder schmecken

Traumstadtdächer damit decken

Wunderbare Bilder daraus malen

Oder Futter für Pflaumenhunde mit bezahlen

Ganz egal, ob Dunkel oder Licht

Nur für Dieses eignen sie sich nicht:

Schlechte Laune und das graue Nichts!

Ende des Gedichts

Andreas Diecke