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Süderholzer Blatt
Ausgabe 428/2026
Der Bürgermeister hat das Wort
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Liebe Süderholzerinnen und Süderholzer,

nach langer Zeit der Sanierung konnten wir am 31. Juli endlich die feierliche Teileröffnung des Barockschlosses in Griebenow begehen. Auch wenn eigentlich der Schlossverein Eigentümer des Gebäudes und der Parkanlage ist, so hatten wir uns als Gemeinde finanziell engagiert, um die Sanierung des Schlosses umsetzen zu können. Unter den Gästen waren deshalb auch mehrere Gemeindevertreter und Ausschussmitglieder unserer Gemeinde. Für die Gemeindevertretung war es über die ganzen Jahre nicht immer einfach die großen Summen im Haushalt zu sehen, die für die Sanierung veranschlagt werden mussten. Durch die umfangreiche Förderung konnte der gemeindliche Eigenanteil jedoch im Rahmen gehalten werden.

 

 

Gleich zu Beginn zeigte sich, dass die Arbeiten auch nicht viel länger hätten aufgeschoben werden können. So waren zum Beispiel die Balken im Eingangsbereich derart marode, dass es schon fast ein Wunder war, dass bei einem der letzten Märkte im Schloss die Platten nicht weggebrochen sind. Nach dem Öffnen der Wände und Fußböden zeigten sich noch weitere Schäden, die die Dringlichkeit der Arbeiten ebenfalls untermauerten.

Mit der feierlichen Teileröffnung konnte der Schlossverein wieder die Räumlichkeiten im Erd- und im Obergeschoss in Betrieb nehmen. Wir werden nun im jetzt leergezogenen Sockelgeschoss eine Ausstellung einrichten. Zusätzlich müssen die Arbeiten an den Außenanlagen abgeschlossen werden.

Nach Abschluss aller Arbeiten rechnen wir mit Gesamtkosten von etwa 13 Mio. Euro. Die Finanzierung der Maßnahme war uns dabei nur auf Grund der umfangreichen Förderung aus dem Wirtschaftsministerium möglich. Wir haben uns deshalb besonders gefreut, dass wir Minister Dr. Blank und seinen Vorgänger im Amt Harry Glawe bei der feierlichen Teileröffnung begrüßen könnten. Herr Dr. Blank brachte uns einen Fördermittelbescheid über 4,5 Millionen Euro. Als Harry Glawe Wirtschaftsminister war, hatten wir ebenfalls einen Fördermittelbescheid erhalten. Er hatte in seiner Amtszeit als Minister den Stein für die Sanierungsarbeiten ins Rollen gebracht. Dabei war gerade der Start der Arbeiten nicht einfach. Wir hatten zu Beginn der Sanierung mit Kostensteigerungen zu kämpfen. Denn wie schon benannt war der Zustand am und im Schloss erst nach Öffnung von Mauerwerk, Fußböden und Wänden erkennbar und stellte sich dramatischer dar als ursprünglich gedacht. Dies erhöhte die ursprünglich geplanten Kosten nicht unerheblich. Das Land hatte aber bereits zu dieser Zeit die Wichtigkeit und überregionale Strahlkraft unseres Schlosses erkannt und uns unterstützt, damit die Arbeiten fortgeführt werden konnten. Der Beginn des Ukraine-Krieges im Jahr 2022 führte in der Baubranche zu massiven Baukostensteigerungen und Lieferengpässen. Wichtige Rohstoffe fehlten und die Energiepreise steigen stark an. Dies verteuerte viele Materialien drastisch und traf natürlich auch die Sanierungsarbeiten am Schloss. Wieder haben wir uns mit den Verantwortlichen beim Land zusammengesetzt um zu besprechen, wie diese Kostensteigerung aufgefangen werden könnten. Problematisch war zu dieser Zeit, dass die dramatischen Steigerungen nicht nur unser Vorhaben, sondern auch andere Baumaßnahmen im Land betraf. Auch andere Vorhabensträger könnten mit der ursprünglich avisierten Förderung die geplanten Maßnahmen nicht mehr finanziell darstellen.

Wieder konnten wir aber nach mehreren Runden und Gesprächsterminen das Land überzeugen, dass es wichtig und richtig ist, die Sanierung weiter zu unterstützen. Das wir dabei auf einen aktiven Verein verweisen konnten, der das Schloss nach der Sanierung wieder mit Leben erfüllt, war eines unserer Argumente. Weiterhin konnten wir aufzeigen, dass das Schloss nicht als Solitär steht, sondern eingebettet ist in den „Historischen Ort Griebenow“ als Entwicklungspol in unserer Gemeinde und unserer Region. Zusätzlich konnten wir unter anderem mit der Universitäts- und Hansestadt Greifswald eine Absichtserklärung zu einer geplanten Kooperation im Bereich der touristischen Vermarktung vorlegen. Auch dies hat uns bei der Erlangung der zusätzlichen Fördermittel sehr geholfen.

Wir haben uns deshalb gefreut, auch Herrn Dr. Fassbinder, den Greifswalder Oberbürgermeister, auf unserer feierlichen Teileröffnung begrüßen zu können. Zusammen mit dem Schlossverein haben wir gleich erste Gespräche für eine mögliche Zusammenarbeit in der Touristischen Vermarktung abgestimmt.

Auch Georg Günter, unser Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender unseres gemeindlichen Finanzausschusses nahm an der Feier in Griebenow teil. In seiner Funktion als Finanzausschussvorsitzender hatte er mit seinen Ausschussmitgliedern immer auf die Ausgaben auch hier beim Schloss geschaut, aber alle hatten immer die Wichtigkeit dieser Maßnahme im Auge und so auch immer für die weitere Durchführung der Maßnahmen gestimmt. Zusätzlich muss ich an dieser Stelle noch einmal für sein Engagement für die Fördermittel der Schlosskapelle in Griebenow erwähnen. Auch wenn nicht die Gemeinde, sondern die Kirchgemeinde Groß Bisdorf der Vorhabensträger ist, so wird mit der nun angestoßenen Sanierung ein weiteres Highlight hier im „Historischen Ort Griebenow“ erneuert und für die Öffentlichkeit und künftige Generationen erhalten. Auch dieses trägt zur weiteren Stärkung und Verbesserung der touristischen Vermarktung bei.

Ebenfalls hatten wir den Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, Michael Sack, eingeladen. Auch der Landkreis Vorpommern-Greifswald hatte sich zusammen mit unserem Landkreis bereits an verschiedenen Stellen u.a. im Regionalbeirat Vorpommern für eine finanzielle Unterstützung des Schlossvereins eingesetzt. Zusätzlich ist Herr Sack auch Präsident der Kommunalgemeinschaft Europaregion POMERANIA e.V.. In dieser Funktion hat er uns und dem Schlossverein auch künftig seine Unterstützung zugesagt. Über die Kommunalgemeinschaft bestünde künftig die Möglichkeit im Wege einer deutsch-polnischen Partnerschaft kleine Projekte in unserer Gemeinde (nicht nur in Griebenow) umzusetzen, die dann auch mit Förderung rechnen könnten. Er hob auch noch einmal die Bedeutung des Schlosses und des historischen Ortes an der Grenze zwischen den Landkreisen und damit aber im Herzen Vorpommerns vor.

Auch wenn wir noch viele weitere Gäste auf der Teileröffnung hatten, möchte ich am Schluss noch einmal zwei Menschen nennen, die heute nicht mehr unter uns sind. Uwe Schwarz, als ehemaligen Vereinsvorsitzenden des Schlossvereins und Siegmund Kunath, unseren ehemaligen Bauamtsleiter haben gerade den Beginn der Sanierungsarbeiten mitgeprägt. Ich hätte mich sehr gefreut, wenn beide noch die Chance erhalten hätten, den Tag der Teileröffnung mitzuerleben.

Liebe Süderholzerinnen und Süderholzer,

die Teileröffnung war für mich wieder ein schöner Anlass der aufzeigt, was man auch als kleine Gemeinde alles schaffen kann, wenn alle an einem Strang ziehen.

Setzen wir uns alle deshalb weiter gemeinsam für eine lebenswerte Gemeinde Süderholz ein, denn wir alle sind Süderholz!

Ihr Alexander Benkert