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Wusterhausener InfoPost
Ausgabe 1/2026
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Nach Wriezen…

Eindrücke einer Informationsfahrt

Vielleicht erinnert die Überschrift den einen oder die andere an den gleichnamigen Dokumentarfilm von Regisseur Daniel Abma. Wer den Film noch nicht kennt, kann ihn sich gern einmal ansehen – doch diesmal geht es um etwas anderes.

Am Samstag, den 21. Februar, machten sich zwölf Personen aus unserer Gemeinde auf den Weg nach Schulzendorf, Wriezen und Thöringswerder. Mit dabei waren Gemeindevertreterinnen und -vertreter, sachkundige Einwohner des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Bauen und Ordnung, Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) „Brunn gegen Biogasanlage“ sowie der Bürgermeister. Eingeladen hatte der Vorhabenträger, der in Brunn eine optimierte Biomethananlage errichten möchte.

Ein gemeinsamer Start in den Tag

Um 9 Uhr startete der Bus in Wusterhausen. Wenig später stiegen die Vertreterinnen und Vertreter der BI in Brunn zu. Der erste Halt war ein Landwirtschaftsbetrieb in Schulzendorf, wo die Gruppe mit einer kleinen Stärkung begrüßt wurde.

Im Anschluss informierte der Vorhabenträger im Konferenzraum über die Entwicklung des Anlagenstandortes in Thöringswerder. Auch dort hatte er ein schwieriges Erbe übernommen: Der ursprüngliche Betreiber war insolvent gegangen, die Akzeptanz in der Bevölkerung war gering und zahlreiche rechtliche Fragen mussten geklärt werden. Schritt für Schritt wurde der Standort jedoch stabilisiert und weiterentwickelt.

Parallelen zu Brunn

Auch in Brunn war der damalige insolvente Betreiber aktiv gewesen – ein Umstand, der vielen Brunnerinnen und Brunnern noch äußerst negativ in Erinnerung ist. Das erschwert heute die Akzeptanz für das neue Vorhaben, zumal der geringe Abstand zur bestehenden Anlage für Kritik sorgt.

In Thöringswerder hingegen konnte die Bevölkerung durch eine verlässliche Betriebsführung und transparente Kommunikation überzeugt werden. Besonders positiv wirkte dort die direkte Belieferung der beiden Blockheizkraftwerke (BHKW) in Wriezen.

Besuch der BHKW in Wriezen

In Wriezen besichtigte die Gruppe die beiden Blockheizkraftwerke (BHKW), die mehrere Mehrfamilienhäuser mit Wärme versorgen. Auch für Brunn könnte dies eine Perspektive sein, sollte die Anlage in Betrieb gehen.

Nach einem kurzen Eindruck der Geräuschkulisse vor Ort führte die Fahrt weiter nach Thöringswerder auf das Gelände der Biogasanlage.

Eindrücke aus Thöringswerder

Die Anlage machte insgesamt einen gepflegten und gut geführten Eindruck. Geräusche waren hörbar, allerdings wird der Lärmschutz in Brunn deutlich umfangreicher ausfallen. Auch Gerüche waren in unmittelbarer Nähe zu Maissilo und Mistsilo wahrnehmbar – ein Punkt, der naturgemäß unterschiedlich empfunden wird. Während der Bürgermeister sich an die „frische Landluft“ seiner Kindheit in der Gemeinde Wusterhausen/Dosse erinnert fühlte, reagierten einige BI-Mitglieder deutlich sensibler.

Für Brunn ist jedoch wichtig: Dort werden tierische Reststoffe nicht im Freien gelagert. Eine geschlossene Halle mit Abluftanlage und Biofilter soll dafür sorgen, dass Geruchsbelastungen erheblich reduziert werden.

Rückfahrt und Ausblick

Nach einer ausführlichen Besichtigung ging es zurück in die Gemeinde. Ein herzlicher Dank gilt allen, die sich an einem Samstag Zeit genommen und sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Das Bauleitplanverfahren wird fortgeführt. Gemeindeverwaltung, Gemeindevertretung, Bürgermeister und Bürgerinitiative werden den Prozess weiterhin eng begleiten.