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Wusterhausener InfoPost
Ausgabe 2/2026
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Inspirationen und Begegnungen zum 1. Welttag der Poesie 2026 in der Bibliothek Wusterhausen

Besucher am Welttag der Poesie 2026 in der Galerie Alter Laden

Die Akteure zum Welttag der Poesie 2026

Dr. Markus Gärtner, Marianne Golde erinnern an Ulf Miehe

Besucher im Gespräch

Buchausstellung

Zweiter Frühlingstag - herrlicher Sonnenschein! Blauer Himmel, goldgelb leuchtende Forsythien und liebliches Vogelgezwitscher. Ein Bilderbuchwetter, das viele hinaus in die Natur zog. Dennoch folgten am Samstag, 21. März 2026, rund sechzig Interessierte der Einladung der Bibliothek in die Galerie Alter Laden des Herbst’schen Hauses, Am Markt 3, in Wusterhausen/Dosse, um am Welttag der Poesie in die Schönheit von Gedichten einzutauchen. Die Bibliothek Wusterhausen gestaltete in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der öffentlichen Bibliotheken im Landkreis Ostprignitz-Ruppin e. V. erstmals diesen besonderen Tag. Seit 2000 wird er von der UNESCO jährlich am 21. März gefeiert, um an die Bedeutung der Poesie und an das Kulturgut Sprache zu erinnern.

 

 

Unter den Gästen befanden sich der Bürgermeister Philipp Schulz, die Leiterin des Herbst’schen Hauses, Katharina-A. Zimmermann sowie die Vorsitzende des Förder­vereins der öffentlichen Bibliotheken im Landkreis Ostprignitz-Ruppin e. V., Sabine Ehrlich. Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgte Emilian Golde am Klavier mit Filmmusik aus Fluch der Karibik. Der literari­sche Nachmittag wurde mit einem heiteren Gedicht von Mascha Kaléko unter dem Titel Ansprache eines Bücherwurms eingeleitet. Eine seit Langem gehegte Idee, den Welttag der Poesie in der Bibliothek Wusterhau­sen zu gestalten, ist dank von neun Literaturbegeisterten aus der Gemeinde Wusterhausen/Dosse Wirklichkeit geworden.

 

 

Dr. Markus Gärtner vermittelte interessante Einblicke in das Leben der aus Greifs­wald stammenden Barockautorin Sybilla Schwarz, die bereits im Alter von 17 Jahren starb und dennoch tiefsinnige Gedichte zum Thema Liebe hinterließ.

Bereits als Jugendliche bewunderte Astrid Peschel die Lyrik von Heinrich Heine und fand manchmal Trost in seinen Gedichten. Sie trug den bekannten Liedtext Leise zieht durch mein Gemüt vor.

Wirkungsvolle Lyrik von Theodor Fontane brachte Andreas Golde zu Gehör.

Viele kennen den Autor meistens nur durch seine großen Romane wie etwa Effie Briest oder durch Balladen wie John Maynard. Er überraschte mit einem freien Vortrag des Gedichts Ja, das möcht‘ ich noch erleben. Claudius Drewin brillierte mit seinem schauspielerischen Können.

Die humorvollen Ein-Mensch-Gedichte von Eugen Roth, in denen er menschliche Schwächen unter die Lupe nimmt, regten zum Schmunzeln an.

Zu den Lieblingsgedichten der Bi­bliotheksleiterin Kerstin Jonas zählt Sozusagen grundlos vergnügt von Mascha Kaléko. Es motiviert dazu, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreu­en, um glücklich zu sein.

Schon seit einem halben Jahrhundert verehrt Marianne Golde die Poetin Eva Strittmatter. Besonders fasziniert ist sie von dem Gedicht Freundschaft, weil es einfühlsam beschreibt, wie wichtig wahre Freunde im Leben sind.

Das wunderbare Naturgedicht Alles kehrt wieder von Gisela Steineckert wurde

von Carola Markwald nahegebracht. Im Jahr 2007 war die Autorin bei einer Benefizlesung zugunsten des Hebst’schen Hauses zu Gast in Wusterhausen/Dosse.

Die aus Nackel stammende Eva Zischler stellte Lyrik von Helga M. Novak vor.

Das Besondere: Pfarrer Alexander Bothe ließ das Publikum in tiefgründige und amüsante Gedichte aus dem Buch Hinter dem, was wir sehen seines Vaters Eberhard Strauch eintauchen.

 

 

Zum Schluss erinnerten Dr. Markus Gärtner und Marianne Golde an den in Wusterhausen/Dosse geborenen Autor und Regisseur Ulf Miehe, der ab 1945 im geteilten Deutschland in der Bundesrepublik lebte.

Das Programm endete mit einem Gedicht über die Unterseeinsel, das treffende Eindrücke eines Besuchs dort zur Herbstzeit in den 1960er Jahren vermittelt.

 

 

In der halbstündigen Pause bot sich reichlich Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre anregende Gespräche bei einer Tasse Kaffee, Kuchen oder Schnittchen zu führen.

 

 

Eine Ausstellung mit Lyrik der vorgestellten Autoren und Autorinnen ergänzte das Programm. Bücher von Eberhard Strauch konnten gegen eine Spende zugunsten des Bibliotheksfördervereins erworben werden, die der Bibliothek zugutekommt.

Für die bereitgestellten Exemplare gilt der Witwe Irene Strauch ein großer Dank.

Am Ende überreichte Bibliotheksleiterin Kerstin Jonas den Akteuren ein kleines Präsent. Weiterhin würdigte sie das Engagement der Kuchenbäckerinnen Christel Hartwig, Doris Meuer, Heidrun Ramin sowie Christel Reimann. Zu erwähnen ist ebenfalls Simone Schröder, die bei der Vor- und Nachbereitung der Räume und beim Kaffeekochen half. Der Sieversdorfer Bodo Knaak hatte im Vorfeld eine Grafik für den Werbeflyer erstellt. Außerdem hielt er am Poesie-Welttag emotionale Momente und Erinnerungen fotografisch fest.

Eine Stimme aus dem Publikum: Danke für diesen Nachmittag! Ein Dank an die Vortragenden und die Organisatorinnen! Es war wunderschön, den Welttag der Poesie in unserem kleinen Wusterhausen/Dosse zu erleben. Wir müssen also nicht unbedingt in die Großstadt reisen, um Kultur zu genießen.

Das folgende Zitat, das zugleich als Motto des literarischen Nachmittags diente, stammt von Friedrich von Schiller: Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken.

Diese wunderbare Aussage eines bedeutenden Autors der Klassik war ein zentrales Anliegen der Akteure am Welttag der Poesie.

Sie sind neugierig geworden? Lassen Sie sich zum Welttag der Poesie 2027 in der Bibliothek Wusterhausen ein zweites Mal von der Magie der Poesie verzaubern!

Marianne Golde
Mitglied des Fördervereins der öffentlichen Bibliotheken
im Landkreis Ostprignitz-Ruppin