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Wusterhausener InfoPost
Ausgabe 3/2026
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Brunn: Ein Dorf mit Geschichte, Geschichten und Charakter

Wer heute durch Brunn geht, spürt sofort den ganz eigenen Charme unseres Ortsteils. Eingebettet in die idyllische Landschaft und umgeben von schöner Natur, blickt Brunn auf eine lange, bewegte Geschichte zurück.

 

 

Unser Ort ist ein sehr ruhiger Fleck Erde, an dem es im Alltag manchem vielleicht sogar ziemlich langweilig vorkommen mag – doch genau in dieser unaufgeregten Beschaulichkeit und der wunderschönen Natur ringsum liegt die wahre Stärke Brunns. Dass diese Identität und die dörflichen Wurzeln nicht in Vergessenheit geraten, verdanken wir einem ganz besonderen Herzensprojekt: der dörflichen Chronik.

Ein Schatz aus Papier und Erinnerungen

Anlässlich des festlichen 700-jährigen Jubiläums der erstmaligen urkundlichen und somit amtlichen Erwähnung des Ortes entstand in enger Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung Wusterhausen etwas Bleibendes: Eine Chronik über Brunn. Das Ergebnis ließ sich sehen: Es kam so viel Material zusammen, dass daraus ein eigener Einband entstand. Vollgepackt mit geschichtlichem Hintergrund, alten Anekdoten und historischen Fotos ist diese Chronik bis heute das Gedächtnis unseres Dorfes. Die einleitenden Worte des damaligen Ortsvorstehers Andreas Linzen und Frau Hagge aus der Verwaltung zeigen, wieviel Fleiß dafür aufgewendet wurde.

Zerstörung und neuer Mut

Das älteste Bauwerk im Ort zeugt am eindrucksvollsten von den harten Prüfungen der Vergangenheit: unsere alte Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert.

 

 

Der Dreißigjährige Krieg traf Brunn mit voller Härte. Das Gotteshaus wurde teilweise zerstört. Fast alle Einwohner verließen damals den Ort. Es dauerte quälende Jahrzehnte, bis Brunn wieder einigermaßen besiedelt war und sich neues Leben regte. Ein Meilenstein des Wiederaufbaus im späteren Verlauf der Dorfgeschichte war die Fertigstellung des dazugehörigen Pfarrhauses im Jahr 1895.

Dass unsere geschichtsträchtige Kirche heute ein so einladender Ort des Innehaltens und der Gemeinschaft bleibt, ist vor allem dem engagierten Ehrenamt im Dorf zu verdanken: Familie Leusmann setzt sich seit vielen Jahren mit großem Herzblut ein. Regelmäßig finden Gottesdienste der ev. Hoffnungskirchengemeinde Wusterhausen statt. Der nächste Gottesdienst hier in Brunn findet am 13.09.2026 um 10:30 Uhr statt.

Heute hat sich der Ort längst erholt: 234 Einwohner zählen wir derzeit in unserer Dorfgemeinschaft.

Zum Ortsteil gehört untrennbar auch Heilbrunn. Die dortige Einrichtung blickt auf eine ebenso lange Tradition zurück und bestand bereits seit 1852 als Heim. Im Jahr 1973 übernahm schließlich die Stephanus-Stiftung das Areal. Heute bietet die Einrichtung Erwachsenen mit Assistenzbedarf ein familiäres Zuhause in kleinen Wohngruppen. Das alljährliche Jahresfest der Stephanus-Stiftung in Heilbrunn findet am 30. August 2026 in der Heilbrunner Straße 3 statt.

Von Kartoffel-Hagel und unverblümt ehrlichen Berichten

Beim Blättern in alten Zeitungsarchiven stößt man auf Ereignisse, die heute ins Fernsehen kämen. So berichtete die Märkische Zeitung im Juni 1879 von einem furchtbaren Unwetter, das über Brunn hinwegzog. Der Hagel war so extrem, dass Eisstücke von der Größe „mittlerer Kartoffeln“ vom Himmel fielen und im Ort Fensterscheiben zertrümmerten.

Knapp ein Jahrhundert später, im Jahr 1968, zählte Brunn rund 300 Einwohner. Damals warf die Märkische Volksstimme einen Blick auf unser Dorf und kam zu einem herrlich ehrlichen Urteil, welches man heute wohl so nicht mehr lesen würde. Wörtlich hieß es im damaligen Artikel über die Einwohner: „Sie fallen nicht sonderlich auf, weder nach der positiven noch nach der negativen Seite.“

Wenn es drauf ankommt: Zusammenhalt und Lebensfreude

Dass die Brunner aber sehr wohl positiv auffallen können, wenn sie gemeinsam anpacken, beweist das Dorfleben von heute. Ein wunderbares Beispiel dafür war das diesjährige Dorffest: Dank des unermüdlichen Einsatzes von Adrian Pekrul konnte das Fest mit der Unterstützung freiwilliger Helfer und der Gemeinde Wusterhausen/Dosse in Brunn stattfinden – es wurde ein voller Erfolg! Bei original Thüringer Bratwürsten und toller Stimmung verlebte das Dorf einen unvergesslichen Tag, der bei allen Beteiligten schon jetzt die Vorfreude und Hoffnung auf eine Wiederholung im nächsten Jahr geweckt hat.

Auch für unsere älteren Mitbürger wird einiges bewegt. Anlässlich der diesjährigen Brandenburgischen Seniorenwoche lud die Ortsvorsteherin mit Unterstützung von Fördermitteln des Landes Brandenburg zu einem bunten, liebevoll gestalteten Programm in die Gaststätte Heinze ein. Bei Kaffee und Kuchen gab es nicht nur Raum für gute Gespräche, sondern auch ganz praktischen Service: Das Team von „Augenblicke aus Kyritz“ führte kostenlose Seh- und Hörtests durch und stand beratend zur Seite. ESTAruppin e.V. beriet zu vielen Themen, die unsere Senioren bewegen und eine Tombola mit nützlichen Preisen sorgte für zusätzliche Spannung. Für Bewegung und Begeisterung war ebenfalls gesorgt: Die „Gesundheitsbuddys“ führten einen schwungvollen Rollatortanz vor und leiteten eine gemeinsame Sequenz für den so wichtigen Seniorensport zur Sturzprävention an. Ein rundum gelungener Nachmittag, an dem wirklich alle begeistert mitmachten.

Engagement für die Heimat und die Sicherheit

Bürgersinn bedeutet in Brunn aber auch, die Stimme zu erheben, wenn es um die Zukunft des eigenen Lebensraums geht. Das zeigt die aktiv agierende Brunner Bürgerinitiative (BI). Sie setzt sich entschlossen gegen die aktuellen Pläne des neuen Betreibers zur Errichtung einer modernisierten Biomethangasanlage im Ort zur Wehr. Um alle Nachbarn und Interessierten transparent einzubinden, hat die BI eine eigene Homepage (www.bi-brunn.de) ins Leben gerufen, die regelmäßig über aktuelle Ereignisse und bisherige Ergebnisse informiert. Zudem trifft sich die Initiative in stetem Turnus, um das weitere Vorgehen abzustimmen und den dörflichen Charakter Brunns zu bewahren.

 

 

Hand in Hand mit dem Schutz des Dorfes arbeitet auch ein weiterer Pfeiler der Dorfgemeinschaft: die Freiwillige Feuerwehr, die bereits im Jahr 1907 gegründet wurde. Die Brandbekämpfer gingen schon immer mit der Zeit: Bereits 1937 verfügte das damalige Feuerwehrhaus über einen praktischen Trockenturm für die Schläuche. Dieser existiert heute nicht mehr. Um den heutigen Anforderungen gerecht zu werden, wurde das Gebäude modernisiert und dient heute z.B. auch als Wahllokal.

Heute sichern 7 aktive Mitglieder in Schönberg und 3 aktive Mitglieder in Brunn unter anderem den Brandschutz der Freiwilligen Feuerwehr. Die Feuerwehreinheit Schönberg-Brunn braucht dringend Verstärkung! Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte kann sich jederzeit bei der Gemeinde Wusterhausen/Dosse melden (033979/87726 oder per Mail an: ordnungsamt@wusterhausen.de) oder direkt bei Tom Schläfke, dem Einheitsführer von Schönberg-Brunn. Ganz ohne finanziellen Ausgleich ist es nicht: Es gibt für die Einsätze eine Entschädigung lt. Satzung. Zudem wird man gut ausgebildet und ist auch für private Fälle gut vorbereitet. Man kann unverbindlich „reinschauen“ und prüfen, ob das etwas für den einen oder anderen sein könnte. Jeden von uns kann es einmal treffen und wie gut, wenn schnelle Hilfe kommen kann.

 

 

Lebendiges Handwerk und ländliches Idyll

Dass Brunn heute alles andere als verschlafen ist, beweist auch das aktive dörfliche Gewerbe und die Tierhaltung, die den Ort prägen und pflegen. Ein wichtiges Fundament bildet hier der Fachbetrieb von Maik Blumenthal, dessen Baum- und Grünanlagenservice für professionelle Landschaftspflege sorgt. Baumfällungen mit Seilklettertechnik und Hebebühnen und auch Baumschnitt, Baumstumpffräsen, Rasenpflege, Schreddern von Astwerk, Entsorgung von Holz, Reisig und Grünschnitt sowie die private Gartenpflege sind nur einige der Leistungen, die angeboten werden (www.baumundgrün.de).

Wer im Ort bauen oder sanieren möchte, findet zudem in Göritz Bau von Andreas Göritz den passenden Meisterbetrieb direkt vor der Haustür (www.goeritz-bau.de). Geprägt wird unser Dorfbild zudem von den Brunner Galloways, Dahomeys und Hochlandrinder von Yvonne Göritz. Die urigen, zotteligen Rinder auf den Weiden sind nicht nur ein wunderschöner Anblick, sondern stehen auch für eine naturnahe, artgerechte Tierhaltung und echte regionale Verwurzelung mitten in unserer Heimat.

Wenn es ums Dach geht, ist die Zimmerei Robert Koker ein zuverlässiger Partner.

Neben den klassischen Zimmererarbeiten, wie das Errichten von Dachstühlen oder der Sanierung, gehört auch die Dachdeckerei sowie Trockenbau zu den Kerngebieten des 2012 gegründeten Unternehmens (www.zimmerei-koker.de).

Am Rande der Dorfstraße findet man den eingetragenen Verein „Brunner Ponybande“. Gegründet wurde der Verein 2021 mit dem Ziel, eine pferdebegeisterte Gemeinschaft zusammenzuführen, um gemeinsam tolle Erinnerungen zu schaffen. In der Brunner Ponybande ist jeder willkommen, egal ob Reiter oder Nichtreiter, jung oder alt, Pferdebesitzer*in oder kein Pferdebesitzer*in (www.brunnerponybande.de).

Mit der eigenen Landwirtschaft, der Fleischerei und dem beliebten Hofladen der Stephanus Stiftung ist Heilbrunn auch auf diesem Gebiet ein unverzichtbarer und lebendiger Teil. Der Hofladen bietet Fleisch aus eigener Zucht und Wurstwaren nach traditionell bäuerlichen Rezepten an. Zum Sortiment gehören auch frische Eier sowie individuell gestaltete Präsentkörbe (www.stephanus.org/heilbrunn).

Nicht unerwähnt soll unser Brunner Dorfverein bleiben, der sich für die Dorfgemeinschaft und die Verschönerung unseres Ortes engagiert. Ein anschauliches Beispiel für dessen Einsatz steht bereits am Spielplatz: ein massiver Holzpavillon der Schutz vor Sonne und Regen bietet sowie einen sozialen Treffpunkt bietet.

 

 

Wo Geschichte auf Zukunft trifft

Sogar der berühmte Dichter Theodor Fontane machte am 17. September 1873 auf seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg in Brunn Halt, um den Spuren der hiesigen Geschichte nachzugehen. Und auch wenn wir in den Nachrichten vielleicht immer noch nicht im negativen Sinne „auffallen“ wollen: Wer hier lebt, weiß genau, was er an diesem geschichtsträchtigen und liebenswerten Fleckchen Erde hat und wir hoffen sehr, dass dies so bleibt!

Daniela Biniarz
Ortsvorsteherin