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Wusterhausener InfoPost
Ausgabe 4/2025
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Lögow – Nicht nur ein Kino im Dorf!

Gelegen an der Kreisstraße 6806 findet man den Ortsteil Lögow so in etwa auf halber Strecke zwischen Kyritz und Neuruppin. Der einfach Reisende passiert in der Dorfdurchfahrt zunächst eine Links- und dann eine Rechtskurve. Man mag meinen, das war es schon. Aber mit aktuell 295 Einwohnern zählt der Ort zu den größeren von insgesamt 22 Ortsteilen in der Großgemeinde.

Am Anfang war es vermutlich nur eine „sumpfige Wiese“. So zeugt offensichtlich noch heute der ursprüngliche Name Luge davon. Die ersten Hinweise auf Lögow gibt es aus einem Hausbesitzerverzeichnis von Neuruppin aus dem Jahr 1365 oder einer Urkunde des Rates Wusterhausen aus dem Jahr 1397. Die Geschichte von Lögow hat übrigens in sehr anschaulicher Weise ihren Niederschlag im Buch „Lögow im Wandel der Zeit“ von Birgit Drescher (hrsg. 2017) gefunden.

Verlassen wir nun doch einfach die Kreisstraße. Da gibt es nämlich so einiges zu erwähnen und sicher auch zu entdecken.

Täglich sind es z. B. schon die Kleinsten, die aus den umliegenden Orten und Lögow selbst auf dem Weg in die Kita Krümelkiste sind. Mit einer Kapazität von bis zu 45 Krippen- und Kindergartenkindern wird ein gut nachgefragtes Betreuungsangebot durch die Gemeinde vorgehalten.

Der Weg dorthin führt vorbei an der sehr imposanten und somit ortsbildprägenden Eiche, ein Naturdenkmal welches sich in der Lindenstraße, Ecke Schulstraße nicht besser in Szene setzen könnte.

Wir sind angekommen im historischen Dorfkern; zu erkennen an den typischen Bauernhäusern aus dem 19. Jahrhundert und der Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert. Diese ist nach ihrer Sanierung im Jahr 2003 ein Schmuckstück geworden. Für Interessierte können gern die Türen geöffnet und Führungen vereinbart werden. Den Kontakt vermittelt der Ortsvorsteher Christian Lenz.

In unmittelbarer Nähe befindet sich das ehemalige Schulhaus als zweitältestes Gebäude im Ort. Als kleinstes Dorfkino im Land Brandenburg sucht es mit 14 Sitzlätzen im alten Klassenraum nach seines gleichen. In uriger Atmosphäre lohnt der Besuch für interessante Streifen bei bestem Bild und Ton. Einmal wöchentlich ist Vorstellung. Individuelle Buchungen, z. B. für Familien, Kindergruppen oder Teamevents sind ebenso möglich.

Nun drehen wir den Blick schräg rüber auf die andere Straßenseite. „Herr Firlefanz und Fräulein Nippes“ lassen grüßen. Trödel und Vintage-Sachen stehen zum Verkauf, entweder online oder direkt aus dem alten Tanzsaal einer von ursprünglich drei Gaststätten im Ort. Alles bis maximal siebziger Jahre und Kultiges der achtziger DDR-Zeit suchen neue Besitzer. Einfach schön, wenn der ehemalige Dorfkonsum wieder ein Einzelhandelsgeschäft geworden ist.

Gehandelt wird einige Häuser weiter mit verschiedensten Honigsorten. Gerd Grünthal führt die familiäre Tradition in fünfter Generation als ortsansässiger Imker; Verkauf direkt an der Haustür.

Das Gutshaus am Ende der Schulstraße ging nach Einstellung des Grundschulbetriebs vor gut 20 Jahren in Privatbesitz über. Ein Zeugnis der Gutsherrengeschichte in Lögow ist somit noch greifbar. Das Gebäude selbst ist eine Chance zum Erhalt für die noch gute historische Bausubstanz.

Das eigentliche Leben spielt sich jedoch daneben ab. Die Kita Krümelkiste bringt Schwung in den Alltag. Davor das Dorfgemeinschaftshaus mit anliegendem Fest- und Spielplatz ist mit regelmäßigen Nutzungen gut ausgelastet. Linedancer, Sportgruppe, Seniorensport, Frauentreff, Spieleabend und nicht zuletzt offene Freizeit- bzw. Kinderangebote, wie Kidzclub-Rallye oder einer Elterninitiative bereichern das Dorfleben. Jährlich gibt es ein Oster- und Adventsfeuer in geselliger Runde. Das Dorf- und Anglerfest findet im jährlichen Wechsel statt.

Neben dem Angelverein Petri Heil Lögow e. V. befindet sich derzeit ein Dorfverein in Gründung. Dieser hat in der vorgenannten Elterninitiative seine ursprüngliche Idee.

Aktiv zeigt sich zudem die Freiwillige Feuerwehr. Ausgestattet ist sie mit einem TSF-W, also einem Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser und zugehörig zur Feuerwehreinheit Dessow. Der Werbeblock kommt nicht von ungefähr. Auch die Lögower hören oft genug die Sirene; die Feuerwehr wird gebraucht und freut sich über neue Mitglieder, sowohl in der Einsatzabteilung als auch in der Jugendfeuerwehr.

Kulinarisch wird es in Lögow, wenn „Der rollende Backofen“ kommt. Christian Lenz ist nicht nur Ortsvorsteher. Deftige und rustikale Küche mit diversen Braten und Beilagen sind er über den Ortsteil hinaus sehr begehrt.

Dass Entwicklung in wirtschaftlich schwierigen Zeiten möglich ist, zeigen die Lögower Agrarbetriebe. Der Slogan „Landwirtschaft aus Leidenschaft“ prangt neu am Tor neben dem jüngst neu gebauten Büro- und Sozialgebädue in Richtung Blankenberg. Die Fertigstellung wurde feierlich Ende August mit einem großen Hoffest begangen. Erstmals in diesem Jahr baute der Betrieb Kartoffeln an, die inzwischen direkt vor Ort vermarktet werden. Der Hofladen möchte künftig sogar Fleisch aus der eigenen Rinderhaltung verkaufen.

Die Dorfrunde ist jetzt fast geschafft. Zwei Wohnblöcke der Wusterhausener Wohnungsbaugesellschaft mbH sind unübersehbar. Nachdem die Nachfrage nach Wohnraum über Jahre hinweg nachließ, sind es zurzeit auch Unterkünfte, die durch in der Region tätige Arbeiter genutzt werden.

Eine ganz besondere Freude besteht über den Zuzug auch vieler junger Familien in jüngster Zeit. Eine sehr schöne Entwicklung und Bereicherung für den Ort.

Ein großes Dankeschön an alle, die das Leben in Lögow mit Ideen und Taten bisher aktiv mitgestaltet haben und künftig mitgestalten werden oder einfach nur für ein schönes Ortsbild und gutes Miteinander im Ort sorgen. So war es natürlich auch wieder jüngst beim Friedhofsputz und beim geselligen Beisammensein am 1. Advent.

Lögow ist lebenswert!