Bei der Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Ostprignitz-Ruppin am 20. November 2025 wurden insgesamt knapp 720.000 Euro EU-Fördermittel für zwei Projekte in der Region freigegeben. Gefördert werden die Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshauses in Stüdenitz sowie die Dachsanierung des Hauses der Stadtgeschichte in Rheinsberg. Besonders erfreulich: Bei der Planung des Dorfgemeinschaftshauses wurden Kinder und Jugendliche aktiv mit einbezogen. Der nächste Ordnungstermin findet im April 2026 statt.
Zweimal jährlich ruft die LAG Ostprignitz-Ruppin zu Projekteinreichungen auf. Für den aktuellen Ordnungstermin standen 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Davon wurden insgesamt knapp 720.000 Euro für die zwei ausgewählten Projekte freigegeben. „Wir gratulieren den Projektträger*innen zur erfolgreichen Antragstellung! Besonders freuen wir uns über das Engagement der Jugendlichen bei der Planung des Dorfgemeinschaftshauses“, sagt Philipp Schulz, Jugendbeauftragter der LAG und Bürgermeister der Gemeinde Wusterhausen/Dosse.
Seit 1994 ist das Dorfgemeinschaftshaus in Stüdenitz ein zentraler Treffpunkt für Veranstaltungen und Begegnungen im Ort. Doch das Gebäude ist mittlerweile zu klein, nicht barrierefrei und sanierungsbedürftig. Deshalb plant die Gemeinde einen barrierefreien Anbau mit modernen Veranstaltungsräumen, einer neuen Küche und Sanitäranlagen. Der Altbau wird saniert, der Versammlungsraum in einen Jugendtreff umgestaltet und auch die Außenanlagen sowie der Spielplatz werden modernisiert.
Besonders hervorzuheben ist die aktive Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Planung. Im Vorfeld des Projekts wurden Ideen für den Spielplatz, den geplanten Material-Container und den Jugendraum gesammelt. Etwa 50 Kinder und Jugendliche beteiligten sich am 10. September an dem Beteiligungstag. Ihre Wünsche sind vielfältig: Ein Kletterturm, Versteckmöglichkeiten, eine Rutsche für den Spielplatz und eine Fußballfläche stehen ganz oben auf der Liste. Auch eine gemütliche Sitzecke im Jugendtreff ist gewünscht. Viele dieser Ideen sollen im Rahmen des Projekts umgesetzt werden, um einen echten Mehrwert für die junge Generation zu schaffen.
Die nächste Chance, um sich auf europäische Fördermittel für „große“ LEADER-Projekte zu bewerben, wird im April 2026 sein. Die genauen Rahmenbedingungen werden voraussichtlich Anfang Januar 2026 bekannt gegeben.
Auch zum nächsten Ordnungstermin besteht die Möglichkeit, junge Menschen im Vorfeld des Projekts zu beteiligen. Durch die Beteiligung erhalten die Projekte zusätzliche Punkte im Auswahlverfahren. Doch was viel wichtiger ist: „Mit der Beteiligung stärken wir demokratische Prozesse und sorgen dafür, dass die Wünsche der jungen Menschen in unserer Region Gehör finden“, erklärt Martha Neubauer vom Regionalmanagement der LAG Ostprignitz-Ruppin vom BÜRO BLAU.
Interessierte können sich bei Maike Herbst vom Regionalmanagement per E-Mail an herbst@bueroblau.de oder telefonisch unter 030-6396037-17 für eine Beratung zum nächsten Aufruf melden.
Bereits seit 2004 arbeitet die Region Ostprignitz-Ruppin mit Partnern aus Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam die Entwicklung der Region voranzutreiben. Seit 2007 werden hierfür europäische Fördermittel aus dem LEADER-Programm eingesetzt, wodurch bereits eine Vielzahl an erfolgreichen Projekten umgesetzt werden konnten. LEADER ist ein Förderansatz der Europäischen Union, welcher Menschen im ländlichen Raum dabei unterstützt, eigene Projekte zur Entwicklung ihrer Region umzusetzen.
LEADER ist ein Förderansatz der Europäischen Union, der Menschen in ländlichen Gebieten dabei unterstützt, Projekte zur Entwicklung ihrer Region umzusetzen. Wörtlich verbirgt sich hinter der Abkürzung LEADER "Liaison Entre Actions de Développement de l'Économie Rurale", zu Deutsch: "Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft". Grundidee von LEADER ist es, Akteure aus verschiedenen Bereichen – von der Kommune über die Wirtschaft bis hin zu Vereinen und Privatpersonen – zusammenzubringen, um gemeinsam die Entwicklung ihrer Region voranzubringen. In jeder Region entscheidet eine Lokale Aktionsgruppe (LAG) auf Grundlage einer gemeinsam erarbeiteten regionalen Entwicklungsstrategie (RES), für welche Projekte die LEADER-Fördermittel eingesetzt werden sollen. Ein Regionalmanagement unterstützt die LAG und die regionalen Akteure dabei, Projektideen zu konkretisieren und die Fördermittel zu beantragen und abzurechnen.