Zwischen den historischen Stadttoren hat in Tribsees das Literaturprojekt „Schriftsteller im Tor“ seinen Ort.
Nach dem erfolgreichen Auftakt des Literaturprojekts „Schriftsteller im Tor" 2025 mit der Schriftstellerin Manja Präkels soll von April bis Sommer 2026 erneut ein Autor für mehrere Wochen in der Trebelstadt zu Gast sein. Mit Gregor Sander kommt ein profilierter Schriftsteller nach Tribsees. Er wird hier arbeiten, lesen und mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen.
Gregor Sander wurde 1968 in Schwerin geboren und wuchs in Mecklenburg auf. Nach verschiedenen Tätigkeiten - unter anderem als Krankenpfleger und Journalist - studierte er am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Seine Romane und Erzählungen, darunter „Abwesend", „Das letzte Element" und „Lenin auf Schalke", wurden vielfach besprochen und ausgezeichnet. Sander lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Große Resonanz fand bereits der Auftakt des Projekts im vergangenen Jahr: Manja Präkels erreichte mit Lesungen und Veranstaltungen in Tribsees und der Region rund 500 Besucherinnen und Besucher. Ein besonderer Höhepunkt war das Literaturkonzert mit ihrer Band „Der singende Tresen" in der Thomaskirche.
„Die positive Resonanz bei Publikum, Vereinen und Kooperationspartnern hat gezeigt, welches kulturelle Potenzial das Projekt hat. Tribsees zwischen Rostock und Greifswald wird damit zunehmend auch als Ort lebendiger Literatur wahrgenommen. Vielerorts wird deshalb der Wunsch geäußert, dass sich ‚Schriftsteller im Tor’ weiter als literarischer Ort in der Stadt etablieren kann", sagt Mitinitiator Heiko Kauffmann.
„Schriftsteller im Tor" ist eine Initiative des Arbeitskreises Asyl der Evangelischen Kirchengemeinde St. Thomas Tribsees in Kooperation mit de DROM e.V.
Die Stadt Tribsees unterstützt das Projekt, indem sie die Wohnung im historischen Stadttor zur Verfügung stellt. Damit hat der Hauptausschuss einen besonderen Ort für Literatur und Begegnung geschaffen.
Mit Blick auf diese neue literarische Tradition rückt auch eine historische Verbindung der Stadt wieder stärker ins Bewusstsein: Der niederdeutsche Schriftsteller Fritz Reuter ist über seine Familie mit Tribsees verbunden - seine Mutter stammte aus der Stadt.
„Wenn heute im Stadttor wieder Literatur geschrieben wird, drängt sich ein Gedanke fast von selbst auf", sagt Hubertus Wunschik von de DROM e.V.:
„Eine Fritz-Reuter-Straße zwischen den historischen Stadttoren würde gut zu einer Stadt passen, in der Kultur gelebt wird - und in der wieder Literatur geschrieben, gelesen und diskutiert wird."
Der Verein de DROM e.V.: Gesellschaft zur Förderung von Kultur, Bildung und Gemeinwesen trägt seinen Namen nach dem Gedicht „De Drom" von Fritz Reuter - eine kleine literarische Spur, die ebenfalls nach Tribsees führt.