Vom 1. bis 3. Juni besuchten 21 Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2026 vom Beruflichen Gymnasium am RBB Müritz (Waren) unsere Partnerstadt Schleswig in Schleswig-Holstein. Die Fahrt fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Ausgangspunkt der Reise war die „Geschichtswerkstatt“, die mittlerweile seit vier Jahren am RBB Müritz angeboten und von Dr. Volker Helten geleitet wird. Als Reiseveranstalter fungierte die Europäische Akademie Mecklenburg-Vorpommern.
Das Bildungsangebot der Reise war diesmal noch breiter aufgestellt und fand großer Zuspruch durch die junge Teilnehmerschaft. Die erste Station bildete das Grenzhus in Schlagsdorf, wo die Geschichte der deutschen Teilung beleuchtet wurde. Ergänzt wurde der Museumsbesuch durch einen Workshop, der sich mit rechtsextremistischen Gewalttaten befasste. Im Nachgang entwickelten sich auf der Weiterfahrt nach Schleswig zahlreiche Gespräche, um die neugewonnenen Einblicke besser verarbeiten zu können. Nach der Ankunft in unserer Partnerstadt lernten die Schülerinnen und Schüler die Geschichte und Schönheit der Stadt durch einen Stadtrundgang und einen späteren Besuch im Stadtmuseum besser kennen. Abgerundet wurde der erste Exkursionstag durch eine inhaltliche Einstimmung auf die Geschichte der Wikingerzeit durch Dr. Volker Helten.
Der nächste Tag stand dann voll und ganz im Zeichen der Wikingerzeit. Der Leiter des Wikinger Museums Haithabu, Dr. Matthias Toplak, führte unsere Reisegruppe nicht nur in die Geschichte der berüchtigten Nordmänner ein, sondern klärte auch über die versuchte Vereinnahmung der Historie durch rechte Gruppierungen in verschiedensten Formen auf. Dabei gab es Zeit und Gelegenheit, um das weitläufige Gelände und die faszinierende Ausstellung eigenständig weiter zu erkunden, was auch ausgiebig in Kauf genommen wurde. Ein gemeinsames Essen an der malerischen Schlei, bei bestem Wetter, rundete den uneingeschränkt gelungenen Besuch ab.
Am letzten Exkursionstag standen ein Besuch im Jüdischen Museum in Rendsburg sowie ein Workshop zum Thema Antisemitismus an. Hier stand der gegenseitige Austausch im Vordergrund. Für viele Teilnehmer war besonders erhellend, wie viele antisemitische Stereotype und Verschwörungsmythen sich bis heute in gesellschaftlichen Diskursen finden lassen. Nach drei Tagen mit vollem Programm und vielen Gesprächen kehrten unsere Teilnehmer nach Waren zurück. Ein wenig erschöpft, aber auch ein bisschen besser informiert kehrte die Warener Reisegruppe in die Heimat zurück.
Es bleibt festzuhalten, dass eine gewissenhafte Bildungs- und Aufklärungsarbeit in Schulen sowie anderen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen nach wie vor das stärkste Mittel im Kampf gegen extremistische Desinformation ist. Im Ringen um den Erhalt eines wissenschaftlich fundierten und aufgeklärt demokratischen Geschichtsbewusstseins muss man den zunehmenden extremistischen Tendenzen mit Vernunft, Wissen und Entschlossenheit entgegentreten.