Sonnenschein, erwartungsvolle Gesichter und eine rote Fahrrad-Rikscha, die immer wieder zu kleinen Ausfahrten aufbricht: Rund 30 Gäste kamen am 11. April 2026 am AWO Pflegeheim MPVZ Tiefwarensee zusammen, um gemeinsam in die neue Rikscha-Saison zu starten. Der Vormittag war geprägt von einem lebendigen Miteinander, vielen Gesprächen und einer spürbaren Vorfreude auf die kommenden Monate.
Seit dem Start im Jahr 2024 hat sich das Projekt Radeln ohne Alter in Waren fest etabliert. Mehr als 50 Fahrten mit über 100 Fahrgästen aus den Pflegeeinrichtungen der AWO Müritz wurden allein im vergangenen Jahr durchgeführt. Mit der elektrisch unterstützten Fahrrad-Rikscha fuhren die geschulten ehrenamtlichen Pilotinnen und Piloten mit ihren Gästen unter anderem nach Ecktannen, in den Kurpark auf dem Nesselberg, nach Alt Falkenhagen sowie entlang der Ufer von Müritz und Tiefwarensee. Dabei wurden insgesamt mehr als 400 Kilometer Strecke zurückgelegt. „Es ist mehr als eine Fahrt durch die Stadt“, erklärt Nadine Renz, Leiterin des AWO Pflegeheims MPVZ Tiefwarensee. „Es geht um Begegnung, um Gespräche, um gemeinsame Erinnerungen – und um das Gefühl, wieder Teil des Stadtlebens zu sein.“
Die Saisoneröffnung brachte auch eine besondere Nachricht, die Ehrenamtskoordinatorin Annette Schattenberg verkündete: Als einer von nur elf Modellstandorten deutschlandweit wurde Waren (Müritz) für das Projekt „Mit frischem Wind gegen die Einsamkeit – Radelnd Generationen verbinden“ ausgewählt. Ziel ist es, Einsamkeit entgegenzuwirken, Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenzubringen und neue Ehrenamtliche – insbesondere jüngere Menschen – für das Engagement bei Radeln ohne Alter zu gewinnen. Dazu werden nun unter anderem beim AWO Kreisverband Müritz e.V. neue Ideen entwickelt und erprobt – etwa Kooperationen mit Schulen, Jugendgruppen oder Vereinen sowie neue Mitmach- und Veranstaltungsformate. Die Erfahrungen aus Waren werden gemeinsam mit denen der zehn weiteren Modellstandorte gesammelt und später dem Netzwerk aus deutschlandweit rund 160 Standorten von Radeln ohne Alter zur Verfügung gestellt. Gefördert wird das Vorhaben von der Deutschen Postcode Lotterie.
„Die Gemeinschaft rund um unsere AWO-Seniorenrikscha in Waren wächst stetig und zeigt uns, dass Engagement verbindet. Ich schaue heute in viele fröhliche Gesichter und möchte allen danken, die dieses Projekt von Herzen unterstützen. Unsere Aufgabe ist es nun, die richtigen Zugänge auch für jüngere Interessierte zu schaffen.“ fasst Annette Schattenberg zusammen. Gerade für diese Gruppe biete die Seniorenrikscha eine unkomplizierte Möglichkeit, sich zu engagieren: Flexibel, sinnstiftend und mit direktem Kontakt zu Menschen. Denn wenn die Rikscha durch Waren rollt, passiert etwas Besonderes: Fremde winken, Gespräche entstehen, Erinnerungen werden lebendig. Und manchmal genügt ein gemeinsamer Moment im Frühling, um zu zeigen, was hinter der Idee von Radeln ohne Alter steckt: Begegnung, Teilhabe und Lebensfreude – unabhängig vom Alter.