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Kleinseenlotse
Ausgabe 4/2026
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Fundstück des Monats

Wie in der vergangenen Ausgabe berichtet hat das Stadtarchiv seine Arbeit aufgenommen. Um allen Leserinnen und Lesern einen Einblick in die Bestände des Archivs zu geben, soll ab dieser Ausgabe ein „Fundstück des Monats" vorgestellt werden. Und weil die Pflege unseres historischen Erbes nicht nur Aufgabe des Archivs sein kann, sondern etwas ist, an dem alle mitwirken, kommt der erste Beitrag auch nicht direkt aus dem Archiv, sondern von der Arbeitsgruppe „Ortsgeschichte Mirow". Vielen Dank! Ich freue mich über weitere interessante Zusendungen sowie Geschichten und Geschichtchen aus Mirow und den umliegenden Dörfern!

Ihr ehrenamtlicher Archivar

Dr. phil. Frank Rochow

Der Erinnerungsstein für Apotheker Ernst Brauer in Mirow

Im Wäldchen am Weinberg in Mirow befindet sich ein Gedenkstein. Auch wenn er nicht mehr auf seinem Sockel steht, ist seine Inschrift weiterhin lesbar: „Zur Erinnerung an Apotheker Ernst Brauer".

Ernst Brauer wurde 1859 in Gaarz auf Rügen geboren. Ab dem Jahr 1892 führte ihn der Großherzoglich Mecklenburg-Strelitzsche als Apotheker in Mirow. Brauer blieb der Stadt dauerhaft verbunden; Mirow wurde zu seinem Lebensmittelpunkt und prägte sein berufliches sowie privates Leben.

Am 1. Oktober 1927 feierte Brauer sein 50-jähriges Berufsjubiläum. Eine große Zahl an Gratulanten fand sich zu diesem Anlass ein, wie die Landeszeitung am 5. Oktober 1927 berichtete: „Freunde und Verwandte, Berufsgenossen aus dem Lande, Vertreter der Ärzteschaft und fast sämtliche von ihm ausgebildete Praktikanten" kamen in Mirow zusammen, um „dem allgemein verehrten Jubilar an seinem Ehrentage zahlreiche Aufmerksamkeiten" zu erweisen. Nur ein Jahr nach diesem großen Jubiläum verstarb Ernst Brauer. Die Apotheke übernahm sein Sohn Rudolf.

Bislang ist nicht bekannt, warum dieser Gedenkstein errichtet wurde und wer ihn zu welchem Zeitpunkt aufgestellt hat.

Die Inschrift „Zur Erinnerung" legt nahe, dass der Stein nach Brauers Tod gesetzt wurde, um sein Andenken zu bewahren. Wie sich aus dem Bericht der Landeszeitung ersehen lässt, genoss Apotheker Brauer hohes Ansehen.

Diese Wertschätzung könnte Anlass für die Errichtung des Steins gewesen sein. Dennoch bleibt offen, wer die Initiative ergriff, wer die Finanzierung übernahm und warum der Stein gerade an diesem Ort im Wäldchen am Weinberg aufgestellt wurde. Die Antworten auf diese Fragen sind bisher nicht bekannt und laden dazu ein, weiter nachzuforschen.

Liebe Leserin, lieber Leser, sollte Ihnen etwas zur Geschichte dieses Erinnerungssteins bekannt sein, würden wir uns freuen, wenn Sie Ihr Wissen mit uns teilen. Wir, das sind Anne Görtz, Barbara Lange, Kevin Lierow-Kittendorf und Bettina Strauß von der Arbeitsgruppe „Ortsgeschichte Mirow". Vor zwei Jahren haben wir die Postkarten-Ausstellung „Mirower Sommerfrische" vorbereitet und präsentiert und im vergangenen Jahr mit der Ausstellung „Vor 80 Jahren – zum Kriegsende in Mirow" an Geschehnisse zum Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihre Unterstützung.

Um Kontakt zur Arbeitsgruppe „Ortsgeschichte Mirow" aufzunehmen, wenden Sie sich bitte an das Stadtarchiv über stadtarchiv-mirow@amt-mecklenburgische-kleinseenplatte.de