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Der Amtsbote Am Peenestrom
Ausgabe 6/2026
Aus den Städten und Gemeinden
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Historisches Rathaus hat seinen Turm zurück

 

 

 

 

 

Nach nur vier Wochen Bauzeit war das Historische Rathaus in Wolgast wieder komplett. Zimmerermeister Thomas Rauch hat eine passgenaue Nachbildung des originalen Glockenturmes von 1780 aus Eichenholz abgeliefert. Der Turm musste erneuert werden, weil das alte Kiefernholz stark verfault war.

Als der Glockenturm am 28. April mithilfe eines Krans vom Dach geholt wurde, konnte jedermann sehen, wie morsch und verfault das Kiefernholz war. Es bröselte regelrecht vor sich hin. „Ich konnte meine komplette Hand durchs Holz stecken“, schildert Thomas Rauch. Auch für Wolgasts Bürgermeister Martin Schröter (parteilos) war damals ganz offensichtlich, dass das Konstrukt nur noch durch die Farbreste zusammengehalten wurde.

„Für den Neubau haben wir Eiche verwendet, die fünf bis sieben Jahre abgelagert ist. Schließlich soll der Turm nicht nur wie beim letzten Mal 20 Jahre halten, sondern viele Jahrzehnte Bestand haben“, betont er.

Der neue Turm ist Maßarbeit. Das Aufsetzen bei strahlendem Sonnenschein ging deutlich schneller vonstatten als der Abbau. Dabei ist der Neubau deutlich schwerer: Laut Thomas Rauch sitzen jetzt auf dem Dach des Historischen Rathauses um die drei Tonnen Gewicht. Vorher waren es lediglich 2,2 Tonnen.

Der neue Glockenturm hat noch keinen Farbanstrich. „Wenn er wirklich gestrichen werden sollte, kann das erst in gut zwei Jahren passieren. Dann beträgt die Restfeuchte noch etwa 13 Prozent. Jetzt ist der Gerbsäureanteil einfach noch zu hoch. Außerdem muss das Holz erst auf die Witterung reagieren“, erläutert Rauch.

Die goldene Turmspitze und auch die vergoldeten Ziffern der alten Rathausuhr indes glitzern bereits wieder in der Sonne.