„Eine DKW aus den 1930er Jahren, Emil Hoffmanns Büro mit Schreibtisch, Schreibmaschine und Telefon sowie ein Grammophon versetzen die Gäste zurück in die Zeit vor 100 Jahren.“
Aus der Rückschau von Museumsleiter Stefan Rahde
| Laufzeit | 16. Juli – 31. Oktober 2026 |
| Öffnungszeiten | Di – So, 10 – 16 Uhr |
| Führungen | Schmugglermittwoche mit Petra Dombrowski • 5 € ermäßigt • Anmeldung 03836 203041 |
| Ort | Stadtgeschichtliches Museum Wolgast, Rathausplatz 6 • 17438 Wolgast |
Mehr als 90 Gäste kamen am 16. Juli 2026 zur Eröffnung der Ausstellung „Hochprozentiges – Alkoholschmuggel entlang der pommerschen Küste“ in die Wolgaster Kaffeemühle. Das außergewöhnliche Thema stieß auf großes Interesse: Neben zahlreichen Neugierigen aus Wolgast und der Region mischten sich auch viele Gäste von der Insel Usedom unter das Publikum. Für einen stimmungsvollen Auftakt sorgte „Libertus“ mit zwei Chansons aus den 1920er Jahren – Musik aus jener Zeit, in der ein spektakulärer Schmuggelskandal an der pommerschen Küste öffentlich wurde. Passend zum Thema wurde der Kräuterlikör „Schmugglers Holt Nr. 26“ ausgeschenkt.
Museumsleiter Stefan Rahde dankte der Grafikerin und Ausstellungsgestalterin Petra Dombrowski, die das Thema entdeckt, aufwendig recherchiert und in eine Ausstellung im Stil einer Graphic Novel übersetzt hat. Dank galt außerdem der Holzbootswerft Freest, die den Bau des begehbaren Schmugglerschiffes „Inge“ unterstützte, und der Klasse 9a des Runge-Gymnasiums Wolgast: Ihre Rechercheergebnisse aus einer Projektwoche im April flossen als Informationstafeln, Podcast und zehnminütiger Kurzfilm unmittelbar in die Ausstellung ein. Gefördert wurde das Schülerprojekt aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“.
Im Zentrum des historischen Kriminalfalls steht ein weitverzweigtes Netzwerk um den Berliner Bankier Karl Lindemann: Tausende Liter Rohalkohol gelangten von Danzig entlang der pommerschen Küste bis nach Stettin und Berlin. In der Ausstellung begleiten die Besucherinnen und Besucher den Reporter Emil Hoffmann vom „Wolgaster Anzeiger“ bei seinen Nachforschungen. Zeichnungen, Schautafeln, Hörstationen und Reportertexte lassen den Rundgang wie einen begehbaren Comic erscheinen; im Inneren des Schmugglerschiffes „Inge“ warten Zeitungsausschnitte, der Schülerfilm und ein Schiffssimulator.