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Wittenburger Stadt- und Landbote
Ausgabe 12/2023
Nichtamtlicher Teil
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Stolpersteine

Bürgermeister Christian Greger bedankte sich bei den Schülerinnen und Schüler für die Mitgestaltung der Gedenkveranstaltung

Mahnwache an den Stolpersteinen von Anna und Philip Stiel

International, bundesweit und lokal wird am 09. November den jüdischen Opfern des brutalen und menschenverachtenden Nazi-Regimes zu gedacht.

2014 und 2015 hat auch die Stadt Wittenburg mit der Verlegung der Stolpersteine für Martha und Max Lazarus und für Anna und Philip Stiel das Verbrechen an jüdische Mitbürger sichtbar gemacht. Mit diesen vier Steinen wurde in Wittenburg dafür gesorgt, dass die Opfer des barbarischen Systems nicht in Vergessenheit geraten und Menschen im wahrsten Sinne des Wortes immer wieder darüber „stolpern“ können.

So kamen auch in diesem Jahr, am 09. November, Bürgermeister Christian Greger, Bürgervorsteher Marcel Schulz, Amtsvorsteher Hartwig Kolthof, die Stadtvertreter Monika Möller und Sven Moß, Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen des Gymnasialen Schulzentrums Wittenburg, sowie weitere Bürgerinnen und Bürger zu den Stolpersteinen, um den jüdischen Opfern zu gedenken.

Gerd Wendt, Initiator der Verlegung der Stolpersteine in Wittenburg, ist seit Verlegung der Gedenksteine immer dabei. Schon routiniert in seinem Handeln und mit entsprechenden Equipment ausgestattet, ist es über die Jahre zu seiner Aufgabe geworden, die Messingplatten mit den Namen der Opfer zu putzen.

Danach sprach Bürgermeister Christian Greger zu den Teilnehmenden.

„Das Putzen dieser Stolpersteine ist eine symbolische Geste des Respektes und der Erinnerung. Es zeigt, dass wir nicht vergessen dürfen, was in der Vergangenheit geschehen ist, und dass wir alles in unserer Macht Stehende tun müssen, um sicherzustellen, dass sich solche Gräueltaten nie wiederholen.

Wir müssen uns stets bewusst sein, dass die Werte der Toleranz, des Respekts und der Menschlichkeit die Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind. Jeder von uns kann dazu beitragen diese Werte zu leben und weiterzugeben, indem wir uns aktiv für eine offene und inklusive Gesellschaft einsetzen.“

Im Anschluss daran zündeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur an den Stolpersteinen Große Straße 54 und 67 Kerzen an und legten Rosen nieder.

Die Mahnwache begleiteten musikalisch Schülerinnen und Schüler des Musikkurses der 12. Klasse des Gymnasialen Schulzentrums Wittenburg mit dem Musikstück "Imagine" von John Lennon. Nach der Gedenkveranstaltung an den Stolpersteinen berichteten die Schülerinnen Nele Garber, Leni Lack und Thea Zanner über ihre Eindrücke und Gefühle von dem Besuch der ehemaligen KZ's Majdanek und Belzec, die sie bei ihrer Gedenkstättenfahrt in Polen besucht haben. Mit zahlreichen Fotos, die allein schon für sich sprachen, vermittelten sie den anwesenden Gästen die Grausamkeit des Holocaust.

Auch wenn die drei Schülerinnen nach dem Vortrag Beifall verdient hatten, kam dieser zögernd und verhalten. Die Schilderung der Vorgänge in den KZ´s hinterließ, trotz des großen zeitlichen Abstands zu den Geschehnissen, spürbar eine drückende Atmosphäre bei den Anwesenden.

Abschließend bedankte sich Bürgermeister Christian Greger bei den Schülerinnen und Schülern für die Begleitung der Gedenkfeier. Ein besonderes Dankeschön richtete er an ihren Lehrer Sven Schlichting, der seit einigen Jahren die Gedenkveranstaltung mit seinen Schülerinnen und Schülern vorbereitet und begleitet.

Anmerkung: Die KZ´s Belzec und Majdanek (später Umbenennung in KZ Lublin) waren deutsche Vernichtungslager, in denen in der Zeit des Nationalsozialismus zwischen März 1942 und Juli 1944 nach Zählung der SS mindestens 512.508 Menschen ermordet wurden.

Stadt Wittenburg/Öffentlichkeitsarbeit