Ebenfalls ein Fundstück aus dem Archiv: Das Werbeplakat für den "Krystall-Sauerbrunnen"
Da die Undine eine zentrale Rolle in der Sagenwelt des Wittenburger Lands spielt und unser Artikel aus der letzten Ausgabe so gut ankam, präsentieren wir Ihnen diesmal ein paar Informationen zur Undine-Quelle aus einem Text von 1994, den wir im Stadtarchiv gefunden und leicht bearbeitet haben:
„Die Undine-Quelle, gespeist von unterirdischen Wasserläufen, lieferte über Jahrhunderte an mehreren Stellen des jetzt historischen Stadtteils nahe der ehemaligen Zugbrücke köstliches Quellwasser mit höchster Qualität.
Die Wittenburger wussten dieses Naturprodukt schon mehr als ein Jahrhundert zu schätzen und wohl zu nutzen. So holten sie sich das Quellwasser, um schmackhaften Kaffee zu kochen. Viele Menschen verweilten auch an der Quelle, um miteinander Neuigkeiten auszutauschen und sicherlich dabei auch einen Schluck des natürlichen Wassers zu trinken. Außerdem wuschen hier, wie früher häufig üblich, die Frauen die Wäsche der Familie.
Der ortsansässige Apotheker Wasmuth wusste um 1915 sogar aus dem hochqualitativen Naturprodukt ein gutes Geschäft zu machen. In Hinterzimmer seiner Apotheke füllte er das Wässerchen in Flaschen ab und vertrieb es als ‚Angenehmes Tafel-Wasser‘. Somit trug er den Namen der Kleinstadt Wittenburg über die Grenzen Mecklenburgs hinaus, sogar bis nach Übersee.
Auch die kleine Badeanstalt (links von der Quelle hinter dem Erdwall), die um 1870 viele Wittenburger als herrliches Sommerparadies kannten, wurde vom Wasser der Undine-Quelle gespeist.
Gänzlich versiegt ist die Quelle nie. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurde in ihrer Nähe viel Erdreich abgelagert, wodurch sich die ehemalige Senke um die Quelle immer mehr auffüllte. Außerdem wurde der Wasserspiegel mit dem Baubeginn des Friedensrings gesenkt, sodass die Quelle nicht mehr sprudeln konnte. Nach langen Jahren des Ruhens wurde die historische Quelle mit Hilfe der Stadt, engagierter Bürger, Vereine sowie Firmen Anfang der Neunzigerjahre wieder freigelegt.
Um auf die unterirdische Wasserader zu stoßen, musste eine 14 Meter tiefe Bohrung angesetzt werden. Die Quelle bekam eine kunstvoll gemauerte Einfassung. Das gesamte Umfeld wurde neugestaltet. Eine kleine Grünanlage mit Bänken lädt zum Verweilen ein. Es kann dabei natürlich auch das köstliche Nass probiert werden. Neueste Untersuchungen bestätigten die absolut gute Qualität des Quellwassers.
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 1994 erfolgte die Einweihung der Undine-Quelle im Beisein vieler Wittenburger und Gäste der Partnerstadt Löningen durch den Bürgermeister Norbert Hebinck. Für die Bürger der Stadt Wittenburg und ihre Gäste entstand hier ein idyllisches Kleinod in historischer und sprichwörtlich sagenhafter Umgebung.“