Frau Helga Schubert ist Diplompsychologin und lebt seit 2008, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Psychologen, Maler und Schriftsteller Johannes Helm, in Neu Meteln, einem Ortsteil der Gemeinde Alt Meteln. Den Begriff „Wahlmecklenburgerin" lehnt sie ab und sagt „Ich bin Mecklenburgerin!" Die einstige Ost-Berlinerin und heutige Mecklenburgerin erhielt 2020 den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Der Förderverein Denkstätte Teehaus Trebbow freut sich sehr, dass sein Vorschlag für den Landeskulturpreis berücksichtigt wurde und Helga Schubert mit diesem besonderen Preis am 27. November im Schweriner Schloss geehrt wurde. Wir bedanken uns bei Frau Schubert für die Unterstützung der Veranstaltungsreihe „120 Jahre Tisa von der Schulenburg“. Am 17. September 2023 hielt Helga Schubert eine Rede anlässlich der Eröffnung der Sonderausstellung „Wie das Licht fließt …!“ auf Schloss Tressow. Der Landeskulturpreis ist in besonderem Maße geeignet, das literarische Gesamtschaffen von Frau Schubert, das weit über die Landesgrenzen hinausgehen, zu würdigen.
Die 1940 geborene Schubert war bereits vor 1989 keine Unbekannte und hat, nach Ausbildung zur Fachpsychologin und Arbeit in der Erwachsenen- und Psychotherapie, eine beachtenswerte schriftstellerische Karriere hinter sich. So gehörte sie seit 1976 dem Schriftstellerverband der DDR und seit 1987 dem PEN-Zentrum der DDR an. Von 1987 bis 1990 war sie vier Jahre lang Mitglied der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises. Nach der deutschen Wiedervereinigung wechselte sie 1991 zum PEN-Zentrum der Bundesrepublik Deutschland über. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Psychologen, Maler und Schriftsteller Johannes Helm, zog sie 1975 nach Neu Meteln. Von 1976 bis 1989 stand sie unter Beobachtung durch den DDR-Staatssicherheitsdienst. Als sie 1980 schon einmal zum Bachmann-Wettbewerb nach Klagenfurt eingeladen wurde, durfte die damals 40-Jährige nicht aus der DDR ausreisen. Am Ende der DDR war sie Pressesprecherin des Zentralen Runden Tisches zur Vorbereitung der ersten freien Wahlen 1990. Nach der Wende wurde sie vor allem durch ihr dokumentarisches Werk Judasfrauen bekannt, das auf der Grundlage von Aktenstudien das Thema „Denunziantinnen im Dritten Reich" behandelt. Kontrovers wurde das Buch „Die Welt da drinnen" nicht nur in Schwerin diskutiert.
In der Schweriner Nervenklinik wurden 1941 im Rahmen nationalsozialistischer Euthanasie 179 Patienten als "lebensunwert" ermordet. Die Akten blieben auch nach dem Ende der Nazizeit unter Verschluss - im Ministerium für Staatssicherheit der DDR -, bis sie nach der Wende 1990 ins Berliner Bundesarchiv gelangten, wo Helga Schubert sie auswertet.Die Mecklenburger Künstlerkolonie „Drispeth/Alt Meteln/Dambeck" ist eng mit ihrem Namen, dem Namen ihres Mannes Johannes Helm und den Namen Christa und Gerhard Wolf, Werner Lindemann, Daniela Dahn und Joochen Laabs, Klaus B. Schröder, Wolf Spillner, Detlef Kempgens, Thomas Nicolaou u. a. verbunden. Aber die idyllische Künstlergemeinschaft in erhofftem Abseits gesellschaftlicher Kontrolle erhielt in der Wendezeit Risse. Dies ist jedoch eine andere Geschichte.