Im Amtsboten Nr. 2 vom 06.03.2026 wurde berichtet, dass das Grambower Moor durch die lange anhaltende Entwässerung, den Torfabbau und die zunehmende Trockenheit stark geschädigt ist. In der Ausgabe wurden neue Schritte zur Verbesserung der Regenwasserrückhaltung im Moor unter der Projektträgerschaft der Stiftung Umwelt und Naturschutz M-V angekündigt.
In dieser Ausgabe wird nun über den Fortgang des Projektes berichtet. Die ersten Maßnahmen zur Projektumsetzung im Moor sollen im Herbst 2026/2027 starten. Das ist nicht mehr lange hin und so laufen aktuell die weiteren Vorbereitungen.
Zunächst müssen die Zuwegungen für die Maschinen und den Materialtransport hergerichtet werden. Das heißt Bäume am Wegesrand werden vereinzelt gefällt und die Wege damit zum Teil verbreitert. An der einen oder anderen Stelle werden zusätzlich Schneisen für die An- und Abfahrt der moortauglichen Maschinen erforderlich sein.
Auf den Strecken, auf denen die neuen Dichtwälle für die Regenwasserrückhaltung gezogen werden, müssen ebenfalls Bäume gefällt und Baumwurzeln entfernt werden. Diese Maßnahmen sind erforderlich, um den Aufbau der Wälle für eine möglichst optimale Wasserrückhaltung nicht zu stören. Eine 100%ige Abdichtung ist dabei nicht erreichbar, da es im Moorkörper in tieferen Bodenschichten Abflusswege gibt, durch die das Wasser entweichen kann. Die Dichtwälle werden fast ausschließlich aus verdichtetem Torf bestehen. Dieser wird aus vorgesehenen Torfentnahmestellen gewonnen, welche ebenfalls baumfrei gemacht werden. Die Torfentnahmestellen werden zum Teil wieder mit dem Holz der gefällten Bäume aufgefüllt. Dieses Vorgehen bietet nicht nur Vorteile für den Klimaschutz, da die Bäume unter Sauerstoffabschluss zur Torfbildung beitragen, sondern schafft auch Kleingewässer, die wichtige Lebensräume für Libellen, Wasserkäfer und andere im Wasser lebende Insekten darstellen.
Insgesamt ist der Baumbestand im Grambower Moor für ein vitales Regenmoor zu dicht. Um die Verdunstung über die Vegetation im Moor zu reduzieren, ist im Projekt vorgesehen Bäume auf weiteren Flächen zu fällen oder zu ringeln. Ringeln bedeutet, dass die Rinde auf einer Höhe von ca. 1,50 m in einem Streifen von ca. 10 cm abgeschält wird. Damit werden die Versorgungsbahnen der Bäume, über die der Wasser- und Nährstofftransport läuft, unterbrochen. Die Bäume streben dadurch langsam ab. Andere Teilflächen mit sehr dichtem jungen Baumbewuchs, z.B. am Großen und Kleinen Moorsee werden komplett gerodet. Für jede Teilfläche muss zwischen Projektträger, Planer, Forstamt und Unterer Naturschutzbehörde abgestimmt werden, welche Maßnahmen konkret durchgeführt werden und was mit dem dabei anfallenden Holz passieren soll. Im Naturschutzgebiet „Grambower Moor“ ist das Entnehmen von Pflanzen grundsätzlich verboten. In diesem besonderen Fall ist eine umweltverträgliche Entnahme des Nutzholzes aus dem Grambower Moor nicht zu umgehen. Dafür ist schon eine entsprechende Ausnahmegenehmigung von den Behörden ausgestellt worden. Die geringelten Bäume verbleiben als so genanntes Totholz im Moor. Sie sollen als wertvoller Lebensraum für Insekten und andere Tiere dienen. Die Umsetzung der beschriebenen Vorbereitungsmaßnahmen wird voraussichtlich im Herbst 2026 beginnen.
In einer der nächsten Ausgaben wird weiter über die baulichen Maßnahmen und den Fortgang des Projektes berichtet.
Gemeinsam mit der Stiftung Umwelt und Naturschutz M-V bietet der Förderverein Grambower Moor e.V. am Sa., den 30. und So., den 31. Mai öffentliche Führungen in das Grambower Moor an. Dabei wird über den aktuellen Zustand des Moores und die geplanten Maßnahmen informiert. Start ist jeweils um 10:00 Uhr am Parkplatz an der Hühnerfarm Grambow.