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Grabower Amtsanzeiger
Ausgabe 2/2026
Nichtamtlicher Teil
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Erinnerung an den Großen Brand von 1725 in Grabow

Am 7. Dezember 2025 gedachten die Stadtkirche St. Georg, die Freiwillige Feuerwehr Grabow sowie Bürgerinnen und Bürger gemeinsam des Großen Brandes, der sich am 3. Juni 1725 in Grabow ereignet hatte. Bürgermeisterin Kathleen Bartels und Pastor Wessel sprachen eindrucksvoll über das damalige Ereignis, als hätten sie es selbst miterlebt.

Für die Stadt Grabow und ihre Bevölkerung war es eine Katastrophe: Das Feuer zerstörte nahezu die gesamte Stadt – fast alle Häuser, das Rathaus, das Schloss und die Kirche brannten nieder. Nur die Grundmauern der Kirche sowie einige Häuser hinter dem Mühlentor (Mühlenstraße) blieben verschont. Ein Glück im Unglück war, dass kein Mensch ums Leben kam.

In der Woche nach dem Brand hielt Pastor Hincke in der Ruine der abgebrannten Kirche einen Gottesdienst und warnte in seiner „Brandpredigt“ vor den Folgen eines sündhaften Lebens. Er nannte dabei Sonntagsarbeit, Trunksucht, Eitelkeit, Geiz, Übermut und Ehebruch als mögliche Gründe für die göttliche Strafe.

Die Stadt wurde nach einem neuen Bauplan wiederaufgebaut – sicherer, mit geraderen und breiteren Straßen, Ladeöffnungen zwischen den Häusern und feuerfesten Dachmaterialien. So präsentiert sich Grabow im Kern bis heute. Die Häuser in den Hauptstraßen erhielten drei Stockwerke, in den Nebenstraßen zwei. Fachwerk wurde mit Ziegeln ausgefacht, brennbare Dachmaterialien wurden verboten. So entstand eine moderne, sichere Stadt, die Handel und Gewerbe besser unterstützte.

Eine kleine Ausstellung in der Grabower Stadtkirche St. Georg zum Gedenkgottesdienst, zusammengestellt aus dem Fundus des Museums Grabow, zeigte, wie die Stadt mit ihrem Schloss für die Herzöge von Schwerin und deren Witwen ausgesehen hat, wie die Straßenverläufe damals waren und welche Namen sie trugen – größtenteils andere als heute.

Die brennenden Kerzen, Symbol für die damalige Brandkatastrophe, wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Grabow feierlich „gelöscht“.

Vielen herzlichen Dank an alle Beteiligten für dieses eindrucksvolle Gedenken!

Foto und Text: Stadt Grabow