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Grabower Amtsanzeiger
Ausgabe 3/2024
Nichtamtlicher Teil
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Kulturnachmittag 2024 in Güritz

Schöne neue Welt - im Klimawandel - voller Müll

Einer liebgewonnenen Gewohnheit folgend fanden sich interessierte Güritzer wieder mal am ersten Samstag im Februar auf dem Margaretenhof bei Astrid und Dora Büring ein. Im heimischen Wohnzimmer war die lange Kaffeetafel für den Kulturnachmittag liebevoll gedeckt.

Aber vor Kaffee und Kuchen waren erstmal ernste Themen angesagt. Astrid Büring und Ille Donder von den Landfrauen stimmten mit plattdütscher Poesie und mit Gesang die Teilnehmer darauf ein, unsere wunderbare Welt zu achten. Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass sich schon seit langem die Vegetationsperioden verschieben, das Klima nicht mehr so ist, wie wir es aus unserer Kindheit kennen und der Strandspaziergang an der nahen Ostsee oftmals zur Müllexkursion wird. Immer mehr Plastikmüll wird angeschwemmt. Die Plastikproduktion steigt stetig und lag 2022 bei ca. 400 Millionen Tonnen weltweit. Und irgendwann wird aus diesem Plastik Müll. Er landet nicht nur am Strand an, sondern beeinträchtigt massiv die gesamte Flora und Fauna, sorgt für Krankheit und Tod bei Tieren und landet auch auf unseren Tellern in der Nahrungskette mit Folgen auch für unsere Gesundheit. Schöne neue Plastikwelt! Nein, schön ist diese Plastikwelt angesichts der Müllprobleme beileibe nicht.

Und obwohl wir alle doch schon längst wissen, wie schädlich dieses Plastik ist, wird weiter produziert und verbraucht, weil es so einfach ist, weil es so schön ist, weil man so viel Geld damit verdient. Die Industrie in der Herstellung und die Industrie der Müllentsorgung. Früher so erinnerte sich manch einer ging man als Kind los, sammelte Lumpen, Papier, Schrott und verdiente sich ein paar Pfennige. Heute ist daraus eine Industrie geworden mit Gewinnen. Eine Industrie, in der es außerdem illegale und kriminelle Wege gibt. Müllberge und Verseuchung in armen Ländern, die diesen Wohlstandsmüll nicht produziert haben.

Aber können wir uns eine Welt ohne Plastik vorstellen? Wohl nicht. Die Älteren wissen aber schon noch, dass es sich z.B. früher ohne Plastik einkaufen ließ. Jute statt Plastik war auch schon mal ein Slogan in den 70er Jahren, der vielfach belächelt wurde. Wir wussten es doch damals schon besser. Und was ist passiert? So wurde diskutiert, was wir als Einzelne tun können und müssen, um diesen unsäglichen Müll zu verringern und zu vermeiden. Aber das, was der Einzelne beitragen kann, reicht allein nicht für eine Wende. Die Politiker sind gefragt umzusteuern. Innovationen sind gefragt. Alternativen zum Plastik, aber auch eine fortschrittlichere Mülltrennung und Müllentsorgung. Berichtet wurde auch von Innovationen, die sich nicht durchsetzen konnten, weil nicht genug Gewinn dabei raus kam. So darf es nicht weiter gehen. Wir haben nur diese eine kostbare Welt. Darin waren sich die Güritzer einig.

Dann ging es bei Kaffee und Kuchen aber auch um erfreulichere Themen und – wie immer wenn eine Klönrunde zusammen sitzt – um Neuigkeiten in und um Güritz herum. Wir danken Familie Büring für die Gastfreundschaft und ihr Engagement für ein abwechslungsreiches Dorfleben.

Angelika Latta