Die Ausstellung „Morgenstund“ im Museum Grabow befasste sich mit dem Wiederaufbau des Kirchturms in Grabow nach dem großen Brand 1725 und mit dem Altar von Meister Bertram. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von der Museumsleiterin Isabel Jauch und von Dr. Jakob Schwichtenberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter der stadtgeschichtlichen Sammlungen der Landeshauptstadt Schwerin.
Am 22. Januar hielt Dr. Jakob Schwichtenberg den Abschluss-Vortrag zur Sonderausstellung. Zunächst ging es um die vielen Schritte, die nach dem Brand nötig waren, um letztendlich den Kirchturm zu bauen, den wir bis heute bewundern. Vom Behelfsturm, den finanziellen Problemen bis hin zu verschiedenen architektonischen Modellen, die wieder verworfen wurden, wurden die Besucher in die Zeit von 1725 bis 1907 zurückversetzt. Da damals Großbrände häufiger vorkamen, halfen sich Städte und Gemeinden gegenseitig und so wurde Grabow ein „alter“ Altar der St.-Petri-Kirche in Hamburg geschenkt. Auch in Grabow wenig beachtet, stellte sich später heraus, dass es sich um ein gotisches Meisterwerk des „Meister Bertram“ handelte. Nach Feststellung des Wertes dieses Meisterwerks, verkaufte Grabow den Altar schließlich zurück an Hamburg. Durch diese Mittel wurde der Wiederaufbau unserer Kirche mitfinanziert. Andererseits, hätte Hamburg Grabow den Altar nicht geschenkt, wäre dieser bei dem verheerenden Hamburger Brand von 1842, der auch die St.-Petri-Kirche zerstörte, vernichtet worden. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten! Heute kann der Altar in der Kunsthalle in Hamburg besichtigt werden. Auch in unserem Grabower Museum kann man den Altar in der Dauerausstellung (in Abbildungen) bewundern.
Die zahlreichen Besucher erlebten einen äußerst interessanten und informativen Vortrag mit vielen Aha-Momenten und neuen Erkenntnissen, die Dr. Schwichtenberg detailliert recherchiert hat.