Postkarte „Eldepartie" um 1900
Ursprünglich lag die Stadt Grabow auf zwei Inseln – der Schlossinsel und dem Gebiet des früheren Stadtzentrums –, denn die Elde hatte damals noch einen anderen Verlauf. Erreichbar war Grabow durch Brücken, die Mühlenbrücke und die Rehberger Brücke. Die Rehberger Brücke ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Ihren Namen erhielt sie nach einem gleichnamigen Flurstück, das an der Straße in Richtung Groß Laasch liegt.
1725 war der Steindamm lediglich bis zur Kurve bebaut. Zu dieser Zeit war die Rehberger Brücke noch eine Klappbrücke, doch bereits 1728 wurde an dieser Stelle eine feste Holzbrücke errichtet, die etwa 70 Jahre Bestand hatte. Ende des 18. Jahrhunderts befassten sich der Grabower Magistrat und der damalige Bürgermeister mit den Stadtbrücken.
1786 erhielt der Maurer Wittig den Auftrag, Steine der Grabower Feldmark zu bearbeiten, um daraus 1796 das steinerne Gewölbe der Serrahn-Brücke in der Mühlenstraße zu errichten. Gleichzeitig plante die Regierung die Regulierung der Elde und die Errichtung einer Zugbrücke. Nach Verhandlungen durfte die Stadt Grabow stattdessen eine steinerne Brücke bauen, unter der Bedingung, dass das Mauerwerk stärker abgesenkt wird.
1801 entstand schließlich das „Steinerne Wunder", wie das Bauwerk im Volksmund genannt wurde. 1833 begann die Regulierung der Elde, und die Stadt Grabow wurde von der Regierung zum Umbau der Rehberger Brücke aufgefordert. Die Stadt setzte sich erfolgreich zur Wehr und beschloss, mit einem Abbruch so lange zu warten, bis Erfahrungswerte zur Durchfahrt der Schiffe vorlagen. Bei hohem Wasser war die Durchfahrt sehr schwierig, und leere Kähne mussten oft angebohrt werden.
Das „Steinerne Wunder" musste schließlich weichen, und der Oberbau wurde 1888/1889 durch einen eisernen Bogen ersetzt. 1936 wurde die Brücke auf beiden Seiten verbreitert, da sie dem zunehmenden Verkehr auf der Durchfahrtsstraße Berlin–Hamburg nicht mehr gewachsen war.
1945 wurde die Sprengung der Brücke geplant, um die Innenstadt vor den herannahenden Alliierten abzuriegeln. Die Sprengung konnte jedoch durch den mutigen Einsatz einiger Grabower gehindert werden.
Quellen:
Akten aus dem Stadtarchiv Grabow
Bericht aus dem Mecklenburg Magazin (SVZ vom 24.09.2021) von Hannelore Huth