Auch fast zwei Jahre nach dem Abschluss des Projekts „Summer of Pioneers“ in Grabow ist das Interesse ungebrochen. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Anfragen zum Thema „Probewohnen auf dem Land“ besuchte am Donnerstag, dem 23. Juli, unter der Organisation der Elbe Valley Agentur eine Delegation aus Lettland die Stadt, um sich über Ziele, Herausforderungen und Ergebnisse des Projekts auszutauschen und Anregungen für eine mögliche Umsetzung im eigenen Land zu gewinnen.
In den Räumlichkeiten des Kulturlabor Grabow e. V. stellte Wirtschaftsförderin Sandra Jürgens den Teilnehmerinnen aus Wirtschaft, Kommunen und Ehrenamt den Weg zum „Summer of Pioneers“ vor. Dabei erläuterte sie, wie die Stadtgesellschaft in den Prozess eingebunden wurde, welche Erfahrungen gesammelt werden konnten und welche nachhaltigen Entwicklungen das Projekt angestoßen hat.
Als eines der sichtbarsten Ergebnisse gilt heute der Verein Kulturlabor Grabow e. V., der inzwischen rund 80 Mitglieder zählt und einen Teil der im Sommer 2024 entstandenen Veranstaltungsformate eigenständig fortführt. So gehören unter anderem die Lange Tafel, Lesungen, Kinoabende sowie zahlreiche weitere Kunst- und Kulturangebote inzwischen fest zum Veranstaltungsprogramm.
Gemeinsam mit der Kassenwartin des Vereins und ehemaligen Pionierin Annette Siegenthaler begab sich die Besuchergruppe anschließend auf einen Stadtrundgang zu den Orten des „Summer of Pioneers“. An Stationen wie der Schau(m)manufaktur, dem Kirchenplatz oder dem Hafen erhielten die Gäste Einblicke in die dort umgesetzten Projekte, darunter die Summer-Bühne oder der öffentliche Bücherschrank.
Darüber hinaus besichtigte die Delegation den Grabower Bahnhof, der bereits im Rahmen von Veranstaltungen wie „Kunst Offen“ oder dem „Tag des offenen Denkmals“ wieder mit Leben gefüllt wurde. Perspektivisch soll dort ein sogenannter „Dritter Ort“ entstehen – ein offener Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger.
Dass die Eindrücke aus Grabow nachhaltig in Erinnerung bleiben werden, zeigten die Abschiedsworte der lettischen Gäste: „Wir würden gern in Grabow bleiben.“ Vielleicht findet die eine oder andere Idee künftig auch ihren Weg in den ländlichen Raum Lettlands.