Das Bürgerhaus Pötenitz befindet sich in Trägerschaft der Stadt Dassow und wird zunehmend durch die Ortsteilvertretung und viele engagierte Bürger mit Leben erfüllt.Nach einem Kinoabend, dem Tanz in den Mai und dem Vortrag zur Munitionsbergung in der Ostsee findet nun zum ersten Mal eine Ausstellung vom 17.07.- bis zum 30.08.2026 in den Räumlichkeiten statt. Pötenitz als unmittelbarer Ort an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist prädestiniert für die Auseinandersetzung mit der Zeit der Teilung Deutschlands und mit in diesem Zusammenhang stehenden gesellschaftspolitischen Themen. Der FC Hansa Rostock, der größte und bedeutendste Fußballclub in Mecklenburg-Vorpommern, dem sich viele Fans verbunden fühlen, konnte in der Zeit der DDR dem Einwirken des DDR-Staatssicherheitsdienstes auf den Fußballsport nicht entgehen. Die „Stasi“ betrachtete den Fußball als "Sicherungsbereich" und durchsetzte den Spielerkreis, die Vereinsleitung und die Fanclubs mit zahlreichen inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Spieler, Betreuer, Funktionäre und Fans sollten "unter Kontrolle" gehalten und jede politisch verdächtige Äußerung bzw. Aktivität gemeldet werden. Im Blickpunkt standen vor allem die "Sportreisekader" SED und Stasi fürchteten nichts so sehr wie Spieler oder Trainer, die im Westen blieben und dort über Sportgeheimnisse, Trainingsmethoden oder Doping berichteten. "Sportverräter" sollten schon im Vorfeld erkannt und "aus dem Leistungssport herausgelöst" werden. Die Bespitzelung erstreckte sich auch auf den Verwandten- und Freundeskreis. Auch die Anhänger des F.C. Hansa Rostock wurden permanent beobachtet. So genannte "feindlich-negative Fangruppen" sollten "zersetzt" werden. Dafür wurden auch IM aus dem Verein eingesetzt. Über diese Überwachung durch die DDR-Geheimpolizei und die Folgen für Betroffene informiert die Ausstellung „Eigentor - Der F.C. Hansa Rostock und die Stasi“.
Dr. Volker Höffer, Leiter der Außenstelle Rostock des Bundesarchivs / Stasi-Unterlagenarchivs und ehemaliger Nachwuchsspieler des F.C. Hansa Rostock, eröffnet die Ausstellung mit einem Vortrag am 17.07.2026 um 18.00 Uhr und steht im Anschluss zu einem Gespräch zur Verfügung. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Ausstellung kann nach der Eröffnung jeweils von Freitag bis Sonntag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr bis zum 30.08.26 besucht werden.