Die Kommunale Wärmeplanung für die Stadt Neukloster und die Gemeinden Glasin, Jesendorf, Lübberstorf, Passee und Züsow nimmt Fahrt auf. Derzeit befragen die beauftragten Fachleute Schlüsselakteure in der Gemeinde nach ihren Erfahrungen und Gegebenheiten. Wer noch nicht teilgenommen hat: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Und auch alle anderen Eigentümerinnen und Eigentümer können sich einbringen: Über eine Online-Umfrage auf der Projektwebseite.
Die Mitarbeiter der Trigenius GmbH und der Agentur 2020 GmbH befragen seit einigen Wochen systematisch Unternehmen, Wohnungsgesellschaften, größere Gebäudeeigentümer und andere wichtige Akteure in der Stadt und den Gemeinden: Wie sind Ihre Gebäude ausgestattet? Welche Heizungstechnik nutzen Sie? Wie ist der Sanierungsstand? Wie hoch sind Ihre Verbräuche? Daten und Informationen, die für die Kommunale Wärmeplanung relevant sind. "Wir brauchen ein realitätsnahes Bild der Situation in Neukloster", erklärt Benjamin Materne, der das Projekt bei der Trigenius GmbH leitet. "Je mehr wir über den tatsächlichen Zustand und die Bedürfnisse vor Ort wissen, desto praxistauglicher wird am Ende der Wärmeplan."
Verschiedene Schlüsselakteure wurden direkt angeschrieben und um ihre Mitwirkung gebeten. Falls Sie zu diesem Kreis gehören und noch nicht geantwortet haben: Ihre Teilnahme ist wichtig! Die Befragung dauert nicht lange, liefert aber wertvolle Informationen für die Bestandsanalyse. Ohne diese Daten besteht die Gefahr, dass der Plan lückenhaft bleibt - und damit weniger hilfreich für alle.
Nicht jede Eigentümerin und jeder Eigentümer konnte einzeln angeschrieben werden. Deshalb gibt es auf der Projektwebseite eine Umfrage, an der sich alle beteiligen können. "Gerade die vielen individuellen Wohngebäude prägen das Bild im ländlichen Raum", betont Alexander Balow von der Agentur 2020 GmbH. "Wir wollen wissen: Womit wird geheizt? Was ist geplant? Wo gibt es Unsicherheiten?" Die Teilnahme ist anonym und dauert nur wenige Minuten. Aber sie hilft enorm: Je vollständiger das Bild der aktuellen Versorgungssituation, desto besser können die Planer einschätzen, wo künftig Wärmenetze sinnvoll sind und wo dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen die bessere Wahl darstellen.
Zur Umfrage: www.zweckverband.trigenius.de
Falls Sie sich fragen, wofür das notwendig ist: Die Wärmeplanung ist zwar eine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtübung – bietet aber enorme Chancen. "Die Wärmeplanung ist ein Plan – keine Bauauflage", stellt Benjamin Materne klar. Sie gibt Orientierung, keine Anweisungen. Was daraus gemacht wird, entscheidet später die Gemeinde. Aber ohne Plan tappen alle im Dunkeln.
Die Wärmeplanung beantwortet eine Frage, die viele Eigentümerinnen und Eigentümer umtreibt: Was passiert, wenn meine Heizung in fünf oder zehn Jahren ausgetauscht werden muss? Soll ich auf Fernwärme warten? Lohnt sich eine Wärmepumpe? Oder kommt vielleicht ein Nahwärmenetz in unsere Straße? Ohne Plan: Rätselraten, Risiko von Fehlinvestitionen. Mit Plan: Klarheit, auf die man seine Entscheidungen aufbauen kann. "Niemand muss sofort handeln", betont Benjamin Materne. "Aber wenn ohnehin eine Modernisierung ansteht, hilft der Wärmeplan, die richtige Entscheidung zu treffen – für den eigenen Geldbeutel und für die Zukunft der Gemeinde."
"Wird mir vorgeschrieben, meine Heizung auszutauschen?" Nein. Die Wärmeplanung gibt einen Rahmen vor, keine Einzelmaßnahmen. Wann und wie Sie Ihre Heizung modernisieren, bleibt Ihre Entscheidung – allerdings eine informiertere als zuvor.
"Ist das nicht wieder so eine Klimaschutz-Pflichtübung?"
Klimaschutz spielt eine Rolle, ja. Aber die Wärmeplanung ist vor allem eines: Daseinsvorsorge. Es geht darum, dass in zwanzig Jahren noch bezahlbar und zuverlässig geheizt werden kann. Fossile Energieträger werden teurer und unsicherer – das ist keine Ideologie, sondern Marktrealität.
"Was kostet das alles?"
Die Erstellung des Wärmeplans wird zu großen Teilen gefördert. Die spätere Umsetzung – etwa der Bau von Wärmenetzen – erfolgt schrittweise und dort, wo sie wirtschaftlich sinnvoll ist. Niemand wird zu unwirtschaftlichen Investitionen gezwungen.
"Warum soll ich meine Daten teilen?"
Weil ein Plan nur so gut ist wie seine Grundlage. Je mehr realistische Informationen einfließen, desto besser wird die Planung. Ihre Angaben werden vertraulich behandelt und dienen ausschließlich der Bestandsanalyse.
Ein oft übersehener Aspekt: Investitionen in erneuerbare Energien und lokale Wärmenetze stärken die regionale Wirtschaft. "Regionale Investitionen fördern die Wertschöpfung vor Ort", erklärt Benjamin Materne. "Das schafft Aufträge für Handwerksbetriebe, sichert Arbeitsplätze und macht uns unabhängiger von globalen Energiemärkten."
Die Akteursbefragung läuft noch bis Ende Januar 2026. Anschließend werden die Daten ausgewertet und verschiedene Szenarien entwickelt: Wo könnten Wärmenetze entstehen? Welche Technologien sind wo am sinnvollsten? Was bedeutet das für die Gemeinde? Die Ergebnisse werden transparent dokumentiert und der jeweiligen Gemeindevertretung vorgelegt. Auch die Bürgerinnen und Bürger werden informiert - über die Webseite, über die Gemeinde und über Veranstaltungen, die rechtzeitig angekündigt werden.
Die Wärmeplanung wird kommen - mit oder ohne breite Beteiligung. Mit Ihrer Mitwirkung verbessert sich die Ergebnisqualität. Also: Haben Sie ein Anschreiben erhalten? Dann antworten Sie bitte. Gehören Sie zu den vielen anderen Eigentümerinnen und Eigentümern? Dann nutzen Sie die Online-Umfrage. Fünf Minuten Ihrer Zeit können helfen, langfristige Planungssicherheit zu schaffen.
| Gesetzliche Grundlage: | Ab 2028 müssen alle Gemeinden eine Wärmeplanung vorlegen (Wärmeplanungsgesetz) |
| Beteiligte Gemeinden: | 19 Gemeinden im Zweckverband Wismar |
| Projektleitung: | Trigenius GmbH (Wismar), Kommunikation: Agentur 2020 GmbH (Schwerin) |
| Aktuelle Phase: | Bestandsanalyse und Akteursbefragung |
| Ziel: | Orientierung für Eigentümerinnen und Eigentümer, Planungsgrundlage für die Gemeinde |
| Keine Zwangsmaßnahmen: | Die Wärmeplanung ist ein strategischer Plan, keine Bauauflage |
| Weitere Informationen: | www.zweckverband.trigenius.de |
Online-Umfrage und Projektinformationen: www.zweckverband.trigenius.de
Fragen zum Projekt: Trigenius GmbH, Wismar; Agentur 2020 GmbH, Schwerin
Ansprechpartnerin im Amt: Anke Mansour