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Müritz Tipp
Ausgabe 1/2026
Regionales/Aktuelles
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Eis ist nicht immer gleich dick

Steffen Bleichroth, Rechliner Feuerwehr, „opferte“ sich im Überlebensanzug für die Eisrettungsübung am 14. Januar in Gotthun

Rettung mittels Eisrettungsmatte

Für den Ernstfall vorbereitet: Eisschlitten und Eismatte der Röbeler Feuerwehr.

Das TSF-W der Gotthuner Feuerwehr mit Lichtmast

Der brettförmige Rettungsschlitten der Rechliner Feuerwehr kam ebenfalls zum Einsatz

Eike Lieder "opferte" sich und nahm es gelassen

Maik Wulf, Rechliner Feuerwehr, erklärt die Einzelheiten am Rettungsschlitten

Rettungsübung der Gotthuner Feuerwehr: Jens-Ude Bauer sichert einen präparierten Dummy mit Leitern.

Einsatzbesprechung vor Ort, Amtswehrführer Stefan Reincke (re im Bild) gibt das Startsignal

Besprechung und Auswertung in geselliger Runde im Gotthuner Gerätehaus.

Mit Notstromaggregat und Kompressor wurde der Eisschlitten zuvor an Land in Sekunden startklar gemacht.

Gemeinsam für den Ernstfall: Eisrettungsübung der Feuerwehren

Gotthun (at). Am 14. Januar trafen sich die Feuerwehren aus Röbel, Gotthun, Sietow und Rechlin zu einer gemeinsamen Eisrettungsübung an der Müritz. Ziel war es, unter realistischen Bedingungen das sichere Vorgehen bei Unfällen auf zugefrorenen Gewässern zu trainieren.

Organisiert wurde die Übung von Amtswehrführer Stefan Reincke, der knapp 30 Einsatzkräfte am Gerätehaus der Feuerwehr Gotthun zusammenführte. Nach einer theoretischen Einführung ging es direkt an den Einsatzort. Dabei wurde deutlich: Zwar trägt Eis ab etwa fünf Zentimetern eine einzelne Person und ab acht Zentimetern eine Menschengruppe – doch Strömungen, Temperaturschwankungen und Witterungseinflüsse machen das Eis unberechenbar.

Den Ernstfall probten die Feuerwehrangehörigen in kompletter Schutzausrüstung. Das TSF-W der Feuerwehr Gotthun beleuchtete mit seinem Lichtmast die rund 15 Zentimeter starke Eisfläche, unterstützt durch einen mobilen Lichtmast der Feuerwehr Sietow. Anschließend wurden drei verschiedene Methoden der Eisrettung geübt. Dafür begaben sich mutige Einsatzkräfte in Überlebensanzügen in ein zuvor gefrästes Eisloch.

Zunächst kam das bewährte Rettungsmittel Leiter zum Einsatz, mit dem ein realistisch gestalteter Dummy aus dem eiskalten Wasser gerettet wurde. In einer weiteren Übung wurde mithilfe eines brettförmigen Rettungsschlitten eine im Wasser befindliche Person gesichert und ans sichere Ufer gebracht. Der Überlebensanzug schützte dabei zuverlässig vor der Kälte – ein Schutz, der im Ernstfall lebensentscheidend ist, denn ohne entsprechende Ausrüstung endet der Kampf im Eis oft bereits nach wenigen Minuten.

Abschließend trainierten die Einsatzkräfte den Einsatz von Eisschlitten und Eisrettungsmatte. Eine wichtige Erkenntnis zog sich durch alle Übungsabschnitte: Auf dem Eis befinden sich ausschließlich die Kräfte, die für die Rettung zwingend erforderlich sind – Sicherheit hat oberste Priorität.