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Müritz Tipp
Ausgabe 11/2026
Regionales/Aktuelles
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Hoffnung für die Herrenseebrücke

Die Herrenseebrücke in Waren

(-lke) „Wie wird es weitergehen mit der gesperrten Herrenseebrücke?“, stand wieder einmal als Tagesordnungspunkt auf der zurückliegenden Stadtvertretersitzung in Waren. Im Vorfeld hatten Bürgermeister Norbert Möller, Stadtpräsident Toralf Schnur und Daniel Meinel-Klähn, Sachgebietsleiter für Hoch- und Tiefbau im Bauamt der Stadt, zu einem Pressegespräch in die Stadtverwaltung eingeladen, um Fragen rund um dieses für Warens Infrastruktur so wichtige, aber mittlerweile 50 Jahre alte Bauwerk zu beantworten. Immerhin befinden sich in Waren/Nord, dem Stadtteil, der aktuell lediglich über längere Umwege zu erreichen ist, zwei größere Betriebe, das Krankenhaus, die Polizei, der Bahnhof, drei Hotels, eine Apotheke, zwei Schulen, zwei Kindergärten, Warens letzter Einzelkämpfer-Bäcker und ebenfalls die gerade in den Sommermonaten stark frequentierte Freilichtbühne. Und nicht zu vergessen, die Anwohner und Kleingärtner, die von dem stark gestiegenen Verkehrsaufkommen durch ihr Wohngebiet nicht begeistert sind. Und so stand Bürgermeister Möller gemeinsam mit seinen Stadtvertretern vor einem schwierigen Entschluss. Abriss und Neubau oder Erhalt und Sanierung? Bahn und Straßenbauamt würden gern die Monate Oktober bis Dezember für einen Abriss nutzen, wenn im Zuge der Bauarbeiten an der anderen Brücke in der Nähe des Friedhofs sowieso eine Vollsperrung ansteht. Das aber ist für Bürgermeister Möller und Stadtpräsident Schnur keine Option. Denn der Zustand der Brücke lässt es zu, dass sie in absehbarer Zeit von PKWs wieder befahren werden kann. Prof. Dr. Guido Bolle von der FH Wismar, der als Statiker für das zuständige Planungsbüro arbeitet, brachte es kürzlich auf den Punkt: „Wir reden hier über eine alte, keine abrissreife Brücke!“ Das bedeutet, dass die Chancen gut stehen, dass die „altehrwürdige Dame“ in absehbarer Zeit für Autos bis 7,5 t wieder nutzbar sein kann. Allerdings müssen weitere Untersuchungen, u.a. ein Belastungstest, diese Voraussagen bestätigen. Ähnliche Untersuchungen, die in Bad Schandau zu einer Wiedereröffnung einer Brücke führten, lassen die Verantwortlichen optimistisch in die Zukunft schauen. Zuvor müssen allerdings noch Verhandlungen mit der Deutschen Bahn und dem Straßenbauamt über die Verteilung der Kosten geführt werden. Auch das Thema Entlastungsstraße in Waren/Nord ist nach wie vor aktuell. LKWs werden wohl durch mechanische Durchfahrtbeschränkungen am Überqueren der Brücke gehindert werden, denn jeder Laster ist definitiv einer zu viel. Und so betonte Bürgermeister Möller ein weiteres Mal: „Jeder hier in Waren sieht schließlich, wie wichtig diese Brücke für die Infrastruktur ist!“