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Müritz Tipp
Ausgabe 16/2026
Regionales/Aktuelles
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„Prüfen, rufen, drücken“ – Arche-Schüler lernen im Müritz-Klinikum Leben zu retten

Am 12. September ist Welttag der ersten Hilfe 2026

Waren (Müritz), 10.09.2026. Prüfen – Rufen – Drücken: Unter diesem Motto wurde es am Mittwoch, den 09.09.2026 im MEDICLIN Müritz-Klinikum in Waren richtig praktisch. Anlässlich des Welttags der Ersten Hilfe war die Arche-Schule mit rund 60 Schülerinnen und Schülern der 4., 5. und 6. Klassen im Warener Krankenhaus zu Gast.

In drei Gruppen konnten die Kinder jeweils eine Stunde lang wichtige Erste-Hilfe-Maßnahmen kennenlernen und vor allem selbst ausprobieren. Im Mittelpunkt stand dabei die Wiederbelebung. Mit viel Energie und im richtigen Rhythmus übten die Schülerinnen und Schüler die Herzdruckmassage an Reanimationspuppen. Unterstützt von einem passenden Song und einem eingängigen Beat wurde gemeinsam im Takt gedrückt. So wurde aus einer zunächst ungewohnten Übung schnell einprägsames Training: Prüfen – Rufen – Drücken!

Dabei lernten die Kinder spielerisch, worauf es im Notfall ankommt: Bewusstsein und Atmung prüfen, Hilfe holen und im Ernstfall sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Die Schülerinnen und Schüler waren mit großem Eifer dabei und stellten eindrucksvoll unter Beweis, dass Erste Hilfe keine Frage des Alters sein muss. „Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Begeisterung und Ernsthaftigkeit die Kinder bei der Reanimationsübung dabei waren“, sagt Fachärztin Anja Kresin. „Uns war wichtig, ihnen die Berührungsängste zu nehmen und zu zeigen: Jeder kann helfen. Im Notfall ist es entscheidend, überhaupt etwas zu tun und nicht einfach daneben zu stehen.“

Auch PJlerin Lisa Augustin, die den Aktionstag aus der Chirurgie unterstützte, war von der Motivation der Schülerinnen und Schüler begeistert: „Die Kinder haben unglaublich viele Fragen gestellt und wollten alles selbst ausprobieren. Gerade bei der Herzdruckmassage haben sie gemerkt, dass man tatsächlich etwas bewirken kann. Wenn sie dieses Wissen mit nach Hause nehmen und vielleicht sogar ihren Eltern oder Geschwistern davon erzählen, haben wir schon viel erreicht.“

Doch nicht nur die Wiederbelebung stand auf dem Programm. An weiteren Stationen wurden Vitalparameter gemessen, die Versorgung von Wunden geübt und die richtige Händedesinfektion trainiert. Beim Heimlich-Manöver konnten die Kinder ebenfalls selbst Hand anlegen. Das Heimlich-Manöver – fachlich auch Oberbauchkompressionen genannt – ist eine Erste-Hilfe-Maßnahme bei einer schweren Verlegung der Atemwege durch einen Fremdkörper, zum Beispiel wenn sich jemand beim Essen stark verschluckt. Ein spezielles Trainingshilfsmittel wurde einem Kind umgelegt, während das andere das Manöver durchführen musste. Ein grüner Stöpsel stellte dabei den verschluckten Gegenstand dar – und wenn dieser herausflog, war die Freude groß.

Durchgeführt wurde der Aktionstag unter der Leitung vom Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin und Ärztlichem Direktor Dr. Stefan Bergt, der leitenden Praxisanleiterin Jeannette Romer und Praxisanleiterin Maren Knüppel.

Unterstützt wurden sie von Fachärztin Anja Kresin, der PJlerin aus der Chirurgie Lisa Augustin, unserer Wundschwester Grit Möller sowie engagierten Auszubildenden Tim Lebahn, Enya Schulze, Grete Schulz des 2. bis 3. Lehrjahres zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann.

Ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit viel Engagement, Geduld und praktischer Erfahrung diesen besonderen Aktionstag gestaltet haben. Mit ihrem Einsatz haben sie den Kindern nicht nur wichtige Fähigkeiten vermittelt, sondern auch gezeigt, dass jeder helfen kann – und dass Erste Hilfe im Ernstfall Leben retten kann.

Text und Fotos: Jenny Thoma-Bergt