Carsten Altschwager mit Frau Jette und Gudrun Witte (re im Bild)
Rittermannshagen (at). Die Augen leuchten vor Ideen und versprühen Optimismus, der seine Mitmenschen sofort in den Bann zieht. Carsten Altschwager, Gemeindepädagoge aus Rittermannshagen, sitzt mir gegenüber und erzählt mit ansteckendem Lächeln von seinen Projekten, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern sollen. Und irgendwie bekommt man beim Zuhören schon Lust, selbst mit anzupacken.
Der 42-jährige, gebürtig aus Loitz, lebt seit sieben Jahren mit seiner Familie in der Region. Während seine Frau Jette als Pastorin tätig ist, arbeitet Altschwager als Religionslehrer und Gemeindepädagoge im Team mit Gudrun Witte und Tina Remer. Gemeinsam gestalten sie Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien – mit dem Ziel, Begegnungsräume zu schaffen und gemeinschaftsfördernde Projekte anzustoßen. „Meist hilft schon eine gute Atmosphäre“, meint er lächelnd, „und die Dynamik entwickelt sich von selbst.“ So entstanden beispielsweise die Lego-Freizeit, ein Lese-Club oder die Kochgruppe – alles regelmäßige Veranstaltungen, bei denen sich Menschen umeinander kümmern.
Das Miteinander hat eine große Bedeutung, meint Altschwager, denn es wird von Menschen vor Ort gelebt: Ein jeder – egal welcher Couleur – kann sich einbringen und bereichert mit seinem Sein die Gemeinschaft. So werden Ressourcen erkennbar und genutzt. Der Ansatz ist immer ein WIR – sei es das Kindersportfest, Kunstprojekte, Ferienfreizeiten oder die Miteinander-Oase. Auch Angebote wie der Kurs zur Letzten Hilfe – all dies sind Initiativen, die Menschen zusammenbringen, Gemeinschaft stärken und den Austausch zwischen Jung und Alt fördern.
„Ich mag es, wenn es gelingt, dass Menschen in ihre Kraft kommen“, sagt er schlicht.
Über tausend Essen ausgegeben
Der Faulenroster Mittagstisch ist ein Beispiel für gelebte Gemeinsamkeit: Es geht nicht nur ums Abholen von Lebensmitteln, sondern auch darum, gemeinsam zu kochen, zu essen, Begegnungen zu schaffen und ein Netzwerk zu knüpfen. Die Bereitstellung eines entsprechenden Raumes legte den Grundstein. Innerhalb eines halben Jahres wurden 1400 Essen gekocht, und bis zu 85 Teilnehmende pro Mahlzeit fanden sich ein. Die Zutaten werden auf Spendenbasis besorgt – ein weiterer wichtiger Aspekt des Engagements, der zeigt, wie Gemeinschaft und Solidarität hier gelebt werden.
Mit Teig und Feuer soziale Wärme spenden
„Ohne Team geht es nicht“, betont Altschwager. Dieses Miteinander zeigte sich auch bei einem kurzfristig organisierten Benefizfest zugunsten der erkrankten Luna. Für sein Engagement erhielt er kürzlich den „machen!2025“-Preis, verbunden mit einer Förderung von 5.000 Euro. Damit soll unter anderem das Projekt „Brotbackofen on tour“ umgesetzt werden.
Ideen für 2026
Musikalische Projekte, eine Pilgerfreizeit für Kinder, eine digitale Adventszeit und das KlimaCamp vom 13.-15.3.– und noch viele abwechslungsreiche Aktionen, die Spaß machen, sind geplant und laden zum Mitmachen ein. Mehr Infos unter: https://www.kirche-mv.de/gielow-rittermannshagen
Rittermannshagen ist eben nicht nur ein Dorf irgendwo im Nirgendwo, es ist einer von 46 Orten in einer 600 km² großen Region. Hier werden Begegnungsräume geschaffen, Bildungsformate entwickelt und Beteiligung ermöglicht – getragen von Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement.
Danke, Herr Altschwager, für das Interview.
(Das Interview führte Antje Thiele)