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Müritz Tipp
Ausgabe 2/2026
Regionales/Aktuelles
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Wider das Vergessen und Verdrängen



Waren (-lke). Am 27. Januar jährte sich die Befreiung des KZ Auschwitz zum 81-sten Mal. Seit 1996 ist dieser Jahrestag der bundesweit gesetzlich verankerte „Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“. Im November 2005 wurde dieser Tag von der UNO als „Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ eingeführt. Die 1. Stellvertretende Präsidentin der Stadtvertretung Christine Bülow, der Bürgermeister Norbert Möller und der Bund der Antifaschisten hatten zu einer feierlichen Würdigung dieses Ereignisses „Wider das Vergessen und Verdrängen“ an den Gedenkstein für die Ermordeten des KZ`s Retzow am Kietz eingeladen. Rund 40 Einheimische waren diesem Aufruf trotz klirrender Kälte gefolgt. Dieser in deutschem Namen begangene Zivilisationsbruch des Völkermords ist zutiefst abgründig, unmenschlich und für uns Heutige kaum vorstellbar. Millionen Menschen, Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle und unzählige andere, die vorzeitig ihres Lebens und ihrer Zukunft beraubt wurden, führen vor Augen, dass ein Völkermord niemals unvermeidlich ist. Norbert Möller hat nachgerechnet. 286 Mal wäre die gesamte Einwohnerschaft Warens „ausradiert“, wenn man an die unzähligen Opfer denkt. „Das Thema ist so aktuell wie eh und je“, mahnte er auch in seiner Eröffnungsrede. Elke Schönfelder vom Bund der Antifaschisten betonte ein weiteres Mal: „Auschwitz war kein Zufall. Auschwitz war geplant. Es beginnt mit Worten, Hetze, Lügen, dann Gesetzen, Wegschauen…Wir stehen nicht VOR einer Gefahr, wir sind mitten in ihr. Erinnern, warnen, hoffen, reicht nicht. Wir widersprechen!“ Im Anschluss erfolgte die Kranzniederlegung.

BU Bürgermeister Norbert Möller während der Eröffnungsrede