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Müritz Tipp
Ausgabe 5/2026
Regionales/Aktuelles
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Im Bürgergarten wächst ein Dach für Bürger und Kultur

Das Stahlelement, das Bürgermeister Matthias Radtke und Pressesprecher Karsten Thorun in den Händen halten, dient an acht Punkten als Verbindungselement für die Stahlkonstruktion

Mitarbeiter der Firma DOM.A.S. bei der Vermessung

Röbel (at). Im Bürgergarten Röbel tut sich etwas – oder besser gesagt: Es wächst stetig weiter. Nachdem im Januar Mikropfähle aus Stahl als Teil der Fundamentbewehrung an acht Positionen sechs bis acht Meter tief in den Boden eingebracht wurden, sind diese inzwischen mit Beton verstärkt worden.

Darauf aufbauend entstehen weitere Stahlkonstruktionen, die als Anker für das Gerüst dienen. Dieses ebenfalls aus Stahl gefertigte Gerüst wird später eine wetterfeste Membran tragen. Die Konstruktion ist so ausgelegt, dass sie Witterungseinflüsse wie starke Sonne oder Regen abhält und den Besucherinnen und Besuchern dennoch uneingeschränkten Genuss der Aufführungen ermöglicht. Künftig werden die rund 200 Sitzplätze unter einem robusten, pflegeleichten Dach geschützt, das den Bürgergarten über viele Jahre zu einem verlässlichen Ort für Kultur und Begegnung macht. Die Membran ist mit einer Lebensdauer von rund 25 Jahre im Bürgergarten ausgelegt.

Momentan werden im Bühnenbereich zwei Stromsäulen installiert, die unter anderem mit WLAN und Wasseranschluss ausgestattet sind. Damit ist die Bühne künftig optimal für Technik, Veranstaltungen und flexible Nutzung gerüstet.

Was im Jahr 2022 als Idee begann und unter dem damaligen Bürgermeister A. Sprick gemeinsam mit Peter Drews und Karsten Thorun an den Fördermittelgeber herangetragen wurde, entwickelt sich nun zu einem weitsichtigen Projekt. Die Gesamtkosten liegen zwischen 580.000 und 600.000 Euro, wovon 240.000 Euro durch die höchste LEADER-Förderung der EU unterstützt werden.

Mit der geplanten Überdachung gehen zahlreiche weitere Maßnahmen einher. So wird unter anderem eine 4.000-Liter-Zisterne im Boden installiert, die Regenwasser speichert und über einen Außenwasseranschluss in trockenen Perioden zur Bewässerung der Grünflächen genutzt werden kann. Darüber hinaus wurden bereits Leerrohre für einen möglichen weiteren Ausbau der Stromversorgung eingeplant. „Damit entfällt künftig der Kabelsalat und damit auch eine mögliche Stolperquelle auf der Bühne“, erläutert Karsten Thorun. Auch an die Atmosphäre wurde gedacht: Eine indirekte, umlaufende Beleuchtung unter dem Dach ist bereits eingeplant. Zudem bietet die Überdachung im oberen Bereich Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern künftig einen geschützten Platz für Kulturgenuss.

Der Zeitplan bleibt ambitioniert: Ziel ist es weiterhin, die neue Anlage am 1. Mai zu eröffnen. Trotz der Verzögerungen durch den strengen Winter zeigt sich Karsten Thorun zuversichtlich – gerade weil die beteiligten regionalen Firmen DOM.A.S und TRS mit großem Engagement an dem Projekt arbeiten. Mitte April sollen die Gartenanlagen wiederhergerichtet werden, sodass der Bürgergarten zum Saisonstart bereits in zartem Grün erstrahlt.