Titel Logo
Müritz Tipp
Ausgabe 5/2026
Regionales/Aktuelles
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Lernen mit Praxis verknüpft

Das Gebäude der „Praxisorientierten Berufsreife“

(-lke) Was tun, wenn Hänschen oder Gretchen mit 14 Jahren immer noch in der 6. oder 7. Klasse „festhängen“, weil Schule, wie man sie allgemeinhin kennt, so gar nicht „ihr Ding“ ist? Darüber informierten Anfang März die zwei Kollegen Bernd Lotzmann und Agnieszka Kaczmarek vom Projekt „Praxisorientierte Berufsreife“, wie das „Produktive Lernen“ ab dem neuen Schuljahr heißen wird, viele interessierte Eltern samt ihren Kindern direkt vor Ort neben der Regionalen Schule Waren/West. Bei diesem besonderen Bildungsangebot geht es darum, theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Es handelt sich um eine spezielle Form des Lernens, die sich bereits seit 19 Jahren an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich bewährt hat. Jugendliche aus der Müritzregion mit vollendetem 14. Lebensjahr können dieses Angebot nutzen. Zwei Tage in der Woche gehen die Schüler an selbstgewählte Praxislernorte, wo sie dann einen Einblick in die Berufspraxis von Betrieben, Behörden und anderen Einrichtungen erhalten. Die so gewonnenen Erfahrungen und Fachkenntnisse werden dann an den verbliebenen drei Schultagen, ganz konkret auf den einzelnen Schüler zugeschnitten, mit der Allgemeinbildung verknüpft. Drei Mal im Schuljahr wird der Praxisort gewechselt, um eine gewisse Flexibilität und ein Ausprobieren in verschiedenen Bereichen zu ermöglichen. Unter Umständen kann sich so eventuell gleich ein Ausbildungsplatz ergeben. Neu ab Herbst 2026 ist auch, dass es Zensuren gibt anstelle von Punkten. Und natürlich fließen ebenfalls die Einschätzungen der Betriebe mit in die Bewertungen ein. Die maximale Klassenstärke liegt bei 18 Schülern, die in den eigenen Räumlichkeiten am Engelsplatz unterrichtet werden. „Wir wollen die Jugendlichen motivieren und ihr Selbstbewusstsein stärken, so dass sie wieder Freude und Interesse am Lernen haben“, betonte die stellvertretende Schulleiterin, Rabea Lindner, in ihrer Begrüßung. Und die Erfolgsbilanz gibt ihr recht. Ca 75 % der Teilnehmer, also ca. 160 Schüler, konnten seit 2008, so lange gibt es dieses Projekt in Waren bereits, mit dem Abschluss „Berufsreife“ ihren Weg ins Berufsleben starten.