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Müritz Tipp
Ausgabe 7/2026
Regionales/Aktuelles
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 Gibt es eine „Ostidentität“?

Waren (-lke). Der Saal des Stadtgeschichtlichen Museums auf dem Warener Neuen Markt war gut besucht am letzten März-Donnerstag. Viele Interessenten wollten dem Vortrag der Autorinnen Ellen Händler und Uta Mitsching-Viertel zuhören. Beide Jahrgang 1948 und auch aus dem Osten, „Ostbirnen", wie sie sich selbst titulieren, haben mit ihren Büchern „Unerhörte Ostfrauen" (2019) und „ProblemZoneOstmann" (2021) Menschen Ostdeutschlands, die beide Systeme erlebt haben, eine Stimme gegeben. Denn sie sind fest davon überzeugt: „Die Ostdeutschen haben ihre eigene Identität!" In über 80 narrativen Interviews, das sind Befragungen, die keinem „roten Faden" folgen, bekamen sie ganz individuelle Einblicke in das Leben ostdeutscher Frauen und Männer über ihr Dasein in Ost UND West. In ihren Büchern präsentieren die beiden Autorinnen ein überzeugendes Mosaik des typischen „Ost-Seins". „Was macht die Menschen im Osten besonders? Auf welche Weise wirken ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der DDR bis heute nach? Das wollten wir zeigen," betonen beide. Ein mittlerweile drittes Buch „Die DDR ist nachhalltig" (Die Doppelbedeutung aller drei Bücher-Titel ist gewollt) wertet die Lebensberichte aus und versucht eine Analyse. Diese Veranstaltung, die in Kooperation mit der Europäischen Akademie MV durchgeführt wurde, erwies sich als äußerst kurzweilige, interessante und informierende Veranstaltung, auch wenn jüngeres Publikum, das die DDR nicht bzw. nicht sehr lange miterlebt hat, fast komplett fehlte. Die Lesung passte sehr gut zur aktuellen Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland". Wer Menschen im Osten verstehen will, sollte die Bücher von Uta Mitsching-Viertel und EllenHändler auf jeden Fall lesen.