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Müritz Tipp
Ausgabe 7/2026
Regionales/Aktuelles
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Vorgestellt: Bunt, hilfsbereit und immer eine Idee im Kopf

Andreas Unger vor seinem fertigen Graffiti

Vom Kopf an die Wand – Schritt eins.

Jetzt spricht die Wand

 

 

Andreas Unger im Visier

Röbel (at). Der mittlerweile in Röbel ansässige Andreas Unger, alias Juri, ist jemand, der dann in den Vordergrund tritt, wenn Hilfe gebraucht wird – wenn es ums Anpacken geht oder darum, Menschen zu motivieren, vor allem junge.

Der Vierzigjährige ist zum einen als Kulturagent an der Mühle bekannt, zum anderen leuchten seine Graffiti-Werke an vielen Orten in Röbel. Als gelernter Massagetherapeut und Anlagenmechaniker mit einem Faible für IT hat Andreas viele Talente – ob beim Anpacken an der Mühle oder beim Malen und Fotografieren. Letzteres führte ihn schließlich auch dorthin.

Einst streifte der gebürtige Thüringer durch die Straßen Kölns und hielt das beeindruckende Nachtleben der Stadt in Bildern fest. Inspiriert davon, in ruhigen Stunden zu fotografieren, wurde nach seinem Umzug nach Mecklenburg die Röbeler Mühle zum Objekt seiner Kamera. Schnell stand für ihn fest, sich dort zu engagieren.

Sein Hobby – das Graffiti-Sprühen – weitete er nach und nach aus. Als Übungsleiter betreute er Workshops für Kinder und Jugendliche an der Mühle, immer mit dem Ziel, Schmierereien an Röbels Hauswänden entgegenzuwirken. Seine Motivation: Kinder an das Medium Farbe und gemeinsames Gestalten heranzuführen – denn viele Hände schaffen etwas Großes.

Dabei versteht er sein Engagement auch als Prävention: Welche strafrechtlichen Konsequenzen können illegale Schmierereien haben? In diesem Zusammenhang setzte er sich bei der Stadt für frei nutzbare Wände ein, die er gemeinsam mit Interessierten gestaltet. So zum Beispiel am „Elefantenspielplatz" am Wall, in der Nähe des Basketballplatzes. Diese Flächen bieten Potenzial, kreativ mit der Spraydose zu arbeiten und gleichzeitig positive Botschaften zu vermitteln.

Auch am Hafen ist seine Handschrift zu sehen: Der Sparkassen-Geldautomat trägt ebenso seine Gestaltung wie die Mauer am Sportplatz der Grundschule am Gotthunskamp.

Wenn er nicht an der Mühle oder mit der Spraydose unterwegs ist, findet man ihn oft in seinem Garten am Mönchteich. Dort genießt er die Natur, und konnte hier sogar Eisvögel und Nutrias sichten. Auf die Frage, was er unbedingt einmal machen möchte, hat er eine klare Antwort: im Mönchteich tauchen. Eine Müllaktion im Winter brachte bereits einige ungewöhnliche Funde ans Licht und da ist sicher noch mehr.

Und auch neue Ideen gehen ihm nicht aus: So denkt er darüber nach, am Ortseingang von Röbel an der L241, aus Richtung Rechlin kommend, einen weithin sichtbaren „Röbel"-Schriftzug zu sprühen (mit Erlaubnis der Stadt) als kreatives Willkommen, das schon von Weitem ins Land hinausstrahlt.

„Gemeinsam, niemals allein" – mit diesem Schriftzug könnte er sich auch Schilder am Radweg in Richtung Marienfelde vorstellen. Angesichts des zunehmenden Radverkehrs, nicht zuletzt durch E-Bikes, sei es besonders wichtig, Rücksicht zu nehmen.

Graffiti muss also nicht immer Schmiererei sein: Mit Farbe und Fantasie lässt sich Gutes gestalten.