„Ein funktionierender ländlicher Raum ist für alle unerlässlich“, betonen Thomas Klömmer (links), Magdalena Finke und Ralf Lange
„Starke Regionen entstehen dort, wo Unternehmen Verantwortung übernehmen“, sagt Klömmer zu Magrit und Hartmut Greve
Erfde: Leitgedanke des diesjährigen Neujahresempfangs der Gemeinde Erfde in Lührs Gasthof war „Ein Funke Mut“. Mut heißt, handlungsfähig zu bleiben, auch wenn die Lage schwierig ist.
Als Gastrednerin referierte Innenministerin Magdalena Finke über die herausfordernden derzeitigen politischen Probleme und betonte dabei, dass „Mut, Geduld und Ausdauer bei vielen Projekten gefordert sind“. Eingehend auf den Operationsplan Deutschland (OPLANDEU) stellte sie Kernelemente der Gesamtverteidigung Deutschlands vor. Eine militärische Landes- und Bündnisverteidigung funktioniere nur, wenn erforderliche zivile Unterstützungsleistungen vorhanden sind. Und dafür sind zielgerichtete politische Entscheidungen im verfassungsrechtlichen Rahmen notwendig.
„Juristisch gesehen lebe man aktuell bei uns in Frieden, aber es sind Gesetze anzupassen, um die Sicherheit zu gewährleisten“, so Finke. Dabei führte sie beispielsweise die Gefahren der hybriden Kriegsführung und der Drohnenbedrohung an. Hierbei müsse klar geregelt werden, wer für die Abwehr zuständig ist - Polizei oder Bundeswehr? „Wer darf was?“, so Finke. Sie selbst plädiert auch für die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht: „Wer nicht zum Militär möchte, geht dann in andere Hilfsorganisationen und stärkt die zivile Verteidigung.“
Grundvoraussetzung für den OPLANDEU sei die Gewinnung des Vertrauens der Bürger - Desinformationen schaden nur. „Wir müssen daher mutiger werden und eine europäische Stärke aufbauen“, betonte die Ministerin. Aber der Staat könne nicht immer für alles einspringen. Für bestimmte Bereiche habe man selbst Vorsorge zu treffen, zum Beispiel für die Bevorratung von Lebensmitteln und Trinkwasser. Finkes Fazit heißt: „Es ist nicht falsch, das Richtige zu tun!“
In Erfde hat man mit der Stapelholm-Halle und dem Feuerwehrgerätehaus zwei Liegenschaften vorgerüstet, die extern in Notlagen mit Strom versorgt werden können. Auch die Anzahl der Sirenen wird demnächst erweitert.
Bürgermeister Thomas Klömmer betonte in seinen Ausführungen, dass eine Kommune nur funktionieren könne, wenn viele bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Dabei lobte er die Tätigkeiten der 49 Beschäftigten der Gemeinde Erfde, die über 30 bestehenden Vereine und Einrichtungen im Ort und die selbstständigen Unternehmen aus Erfde.
In Erfde wolle man weiterhin „mit Realismus und Tatkraft die Zukunft gestalten“. So wird im Februar mit dem Neubau eines EDEKA-Marktes im Gewerbegebiet gestartet. Für die „Offene Ganztagsschule“ erfolgt ab März ein Anbau mit einer Investitionssumme von 1,1 Millionen Euro. Nach Ostern ist Baubeginn des neuen Gesundheitszentrums im Rektor-Jeß-Weg. Am Ende des „Macherjahres 2026“ wird im Ortskern von Erfde mit der Erweiterung des sozialen Wohnungsbaus begonnen.
Amtsvorsteher Ralf Lange aus Meggerdorf betonte in seinen Ausführungen die Chancen der Zusammenarbeit auf Amtsebene: „Wir müssen gemeinsame Ziele anvisieren und versuchen, eine funktionierende Nachbarschaftshilfe aufzubauen.“
Der Neujahresempfang wurde auch genutzt, um „Personen zu danken, die Erfde über viele Jahre geprägt, getragen und unterstützt haben“. Bürgermeister Klömmer würdigte die Leistungen des Unternehmerehepaares Magrit und Hartmut Greve mit der Auszeichnung der Erfder Silbermünze: „Euer familiär geführte Schlachtbetrieb ist eine Bereicherung unserer Gemeinde.“
Der Feuerwehrmusikzug Erfde unter der Leitung von Kai Rahn sorgte für die musikalische Unterhaltung.