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Hallo Rathenow
Ausgabe 1/2026
Redaktioneller Teil
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Instandsetzung der Jederitzer Brücke: Historisches Erbe und moderne Infrastruktur im Einklang

 

Die Jederitzer Brücke ist weit mehr als eine reine Flussüberquerung für die Stadt Rathenow. Sie verknüpft die historische Altstadtinsel über den Stadtkanal hinweg mit den nördlichen Stadtteilen und verkörpert ein prägendes Stück Heimatgeschichte. Um dieses geschichtsträchtige Bauwerk zukunftsfähig zu gestalten, hat die Stadtverordnetenversammlung im Juli 2026 die weichenstellende Entscheidung getroffen und grünes Licht für die Sanierung nach einer neu erarbeiteten Konzeptvariante gegeben.

Die Querung am einstigen Jederitzer Tor blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Bis zum Jahr 1885 diente an dieser Stelle eine hölzerne Zugbrücke als nördlicher Stadtausgang, ehe sie in den Jahren 1912 bis 1913 durch eine elektrische Hubbrücke ersetzt wurde. Im Zuge dieses damaligen Umbaus entstand auch der separate Fußgängerbereich, der mit seinen prägnanten Jugendstil-Geländern bis heute das städtebauliche Erscheinungsbild prägt.

Die Jederitzer Brücke ist seit Dezember 2019 aufgrund ihres baufälligen Zustandes dauerhaft für den motorisierten Fahrzeugverkehr gesperrt. Fußgänger und Radfahrer können das Bauwerk weiterhin nutzen. Da die Entscheidung über die Zukunft der Brücke in den vergangenen Jahren umfassende Prüfungen erforderlich machte, beauftragte die Stadt die ein Qualifiziertes Planungsbüro mit der Erarbeitung fundierter Instandsetzungskonzepte.

Der Weg zur heutigen Lösung verlief über mehrere Planungsschritte. Noch Ende 2025 favorisierte die Stadtverordnetenversammlung eine Variante, welche einen normgerechten Ausbau von Geh- und Radwegen unter der Bedingung vorsah, die historische Fußgängerbrücke vollständig zurückzubauen. Auf diese Weise sollten regelkonforme Breiten und Barrierefreiheit geschaffen werden. In einer gemeinsamen Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde stellte sich diese Option jedoch als nicht genehmigungsfähig heraus. Anstatt den Prozess zu stoppen, erarbeitete die Stadt in enger Abstimmung mit den Denkmalschützern die nun beschlossene Konzeptvariante, die den Denkmalschutz und funktionale Verkehrsbedingungen harmonisch vereinen soll.

Inhaltlich sichert die neue Variante In Teilen die historische Silhouette der Brücke, während sie gleichzeitig modernen Sicherheitsstandards gerecht wird. Die denkmalgeschützte Treppe samt den originalen Geländern bleibt erhalten. Die prägenden Hauptträger werden als nicht-statische Bauteile seitlich an das Bauwerk angebracht. Der eigentliche, neue Überbau entsteht in robuster Stahlverbundbauweise direkt auf den bestehenden Widerlagern. Bei einer Gesamtbreite von 8,59 Metern nimmt das Bauwerk künftig eine einspurige Fahrbahn sowie beidseitige Bereiche für den Fußgänger- und Radverkehr auf.

Weitere Planungsphasen können nun zügig auf dieser tragfähigen Grundlage aufbauen. Unter der Voraussetzung eines stetigen Planungsfortschritts sowie der finalen Förderzusage zeichnet sich ein Baubeginn für Ende 2027 oder Anfang 2028 ab. Die Fertigstellung des Projekts wird für 2029 angestrebt.