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Mittelahr Bote
Ausgabe 19/2026
Hauptthemen Seite 1
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Weinfrühling lockt die Massen

Majestätischer Auftakt zum vierten Weinfrühling der Mittelahr.

Neben Wein und Speisen laden an manchem Stand auch Musikanten zum Tanz ein.

 

 

MITTELAHR. TW. Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe ist das touristische Ahrtal mit großen Schritten wieder dorthin unterwegs, wo es vor Flut und Pandemie war, nämlich einem Hotspot für Weinliebhaber, Wanderer und Menschen, die eine gute Zeit erleben möchten. Untrügliches Zeichen dafür ist derzeit der mittlerweile vierte Weinfrühlings Mittelahr. Das einmonatige Event der Ortschaften Dernau, Rech, Mayschoß und Altenahr wurde Ende April eröffnet. In diesem Jahr war es den Dernauern vorbehalten, die ersten Gäste zu begrüßen. Für Dernau ist das Wander- und Weinevent längst nichts neues mehr, hatten sie doch schon vor der gemeinsamen Serie der vier Ortschaften im Alleingang den Dernauer Weinfrühling ins Leben gerufen. Der ist auch heute noch Part der Veranstaltung und wurde parallel zum Mittelahr-Event ausgerufen, und das zum 17. Mal.

Es war natürlich das Ding für Dernaus Marketing-Chefin Ingrid Näkel-Surges, die schon am frühen ersten Samstagmorgen eine Fülle von Gästen auf dem Festplatz am neuen Dernauer Bahnhaltepunkt begrüßen durfte. Blickfang schlechthin waren dabei zahlreiche Weinhoheiten, Königinnen und Prinzessinnen, mal mit, mal ohne Krönchen. Die Wanderschuhe hatten sie noch nicht angezogen, als sie sich mit einem Glas Wein bei volkstümlicher Musik der Gitarrengruppe Dernau einstimmten und Weinkönigin Carla offiziell den Startschuss zum Weinfrühling gab.

Schon zu dieser frühen Zeit trudelten scharenweise Gäste ein, mal im traditionellen Wanderoutfit mit kariertem Hemd, Strohhut und Wanderstock mit Stocknägeln, die von vielen Wanderurlauben zeugten. Andere kamen mit Hund und Kinderwagen, fast alle mit einem Rucksack auf dem Rücken. „Das gibt heute was“, prophezeite Dernaus Ortsbürgermeister David Fuhrmann, nachdem er auf dem Wohnmobilstellplatz mehr Fahrzeuge als am Winzerfest gezählt hatte. Fuhrmann sprach aus, was vor allem Winzer und Touristiker an der Mittelahr herbeisehnen: „Wir kommen wieder dahin, wo wir mal waren. Vielleicht legen wir noch ein Schippchen drauf.“ Dass er mit seiner Prognose zu den Besucherzahlen bei allerbestem Frühlingswetter Recht haben sollte, zeigte sich schnell. Noch während der Eröffnung strömten die Menschen aus allen Richtungen auf den Festplatz, gut gefüllte Reisebusse kamen im Minutentakt. Als das wohl wichtigste Transportmittel aber zeigte sich die Ahrtalbahn, die mit jedem eintreffenden Zug aus Richtung Remagen hunderte von Festbesuchern brachte. Schnell hatten die Züge Verspätungen aufgebaut, weil es sich an den Bahnsteigen knubbelte und oftmals nur im Schneckentempo voranging.

Verbandsbürgermeister Dominik Gieler freute sich, dass sich vier Winzerorte zu diesem Event zusammengetan haben. Auch der Verbandsgemeinderat habe das Potenzial erkannt und fördert den Weinfrühling. Gieler stellte auch für die Zukunft eine Förderung in Aussicht. Den Touristikern dürfte es gefallen, ist ihr Event doch längst von hoher wirtschaftlicher Bedeutung für die Region geworden.

Auf insgesamt 15 Kilometern können die Besucher auf dem Rotweinwanderweg die Stände von 19 Winzern und Genossenschaften ansteuern. Dazu haben Winzerbetriebe, Restaurants und Straußwirtschaften in den vier Ortschaften ihre Türen beim Weinfrühling geöffnet, die Wanderhütten sind ebenfalls bewirtschaftet und auf den Festplätzen ist viel los. Es gibt die Weinfrühlingsroute oder die Kinderwagenroute mit einer Kinderrallye, damit auch bei den Kids keine Langeweile aufkommt. An vielen Stellen gibt es neben einem gastronomischen Angebot Musik und ein buntes Programm, und das noch bis 25. Mai.