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Mittelahr Bote
Ausgabe 21/2026
Vereine und Verbände
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Marienthal kämpft um Anschluss

 

Petition fordert bessere Busverbindungen 

MARIENTHAL. Wer in Marienthal auf den Bus wartet, braucht vor allem eines: Geduld. Denn der öffentliche Personennahverkehr fährt im kleinen Weinort an der Ahr derzeit auf Sparflamme. Jetzt macht der Verein Hochwasserhilfe Marienthal e.V. Druck, mit einer Petition an Landrätin Cornelia Weigand.

Die Botschaft ist klar: Marienthal mit den Haltestellen Bunte Kuh, Kaiserstuhl und Marienthal sei vom regulären ÖPNV weitgehend abgehängt. Nach Angaben der Petition verkehren Busse aktuell lediglich morgens im Schülerverkehr Richtung Ahrweiler sowie mittags zurück. An Wochenenden und in den Ferien ruht der Betrieb vollständig. Für viele Menschen ist das mehr als nur ärgerlich. Es ist ein echtes Mobilitätsproblem.

Denn Marienthal lebt nicht nur von seinen Einwohnern, sondern auch von Wanderern, Tagesgästen und Touristen. Gerade sie sollen das Ahrtal entdecken, stoßen jedoch oft schon an der Bushaltestelle an Grenzen. Wer ohne Auto anreist, landet schnell in einer Sackgasse. 

Besonders betroffen seien laut Petition Senioren, Menschen mit Behinderung, Familien mit Kinderwagen und Bürger ohne eigenes Fahrzeug. Auch Berufspendler und umweltbewusste Einwohner hätten derzeit kaum eine praktikable Alternative zum Auto. Arztbesuche, Einkäufe oder soziale Kontakte würden dadurch unnötig erschwert. Wie der Verein betont, steigere ein funktionierender Nahverkehr die Lebensqualität und mache Regionen attraktiver, sowohl für Einwohner als auch für Besucher. Gerade im touristisch geprägten Ahrtal sei das ein Standortfaktor. Wer Wanderwege, Gastronomie und Weinorte bewerben wolle, müsse auch die Anreise mitdenken.

Gewünscht werden zusätzliche Busverbindungen außerhalb der Schulzeiten. Zudem bringt der Verein flexible Lösungen wie Rufbusse oder Mitfahrangebote ins Gespräch. 

Gerade nach der Flutkatastrophe 2021 ringt das Ahrtal vielerorts um Zukunftsfähigkeit. Infrastruktur wird dabei häufig mit Straßen, Brücken oder Bahnstrecken verbunden. Doch auch der Busfahrplan entscheidet darüber, ob Orte lebendig bleiben oder langsam abgehängt werden.

Die Petition appelliert deshalb an Kreisverwaltung und Verkehrsunternehmen, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Ein besserer ÖPNV, so die Initiatoren, würde nicht nur den Alltag der Bürger erleichtern, sondern auch die touristische Attraktivität Marienthals stärken.

Denn ein Weinort ohne Anschluss verliert mehr als nur Fahrgäste.