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Mittelahr Bote
Ausgabe 23/2026
Vereine und Verbände
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Fischfang an der Ahr, Teil 3 von 3

Zwei junge Männer aus Dernau, aufgenommen vor etwa fünfzig Jahren. Sie hocken am Fluss, den Hewer ihrer Vorfahren bei sich, stolz auf ihren Fang.

Schleppnetze in einem Hof in Dernau

 

 

AHRTAL / DERNAU. In den beiden vorigen Berichten wurde über den Fang von Rümpchen/Elritzen in der Ahr berichtet, eine alte Tradition, die aus unterschiedlichen Gründen im 19. Jahrhundert ausstarb. Gründe dafür waren nicht nur neue gesetzliche Bestimmungen, sondern auch der Einsatz importierter Regenbogenforellen, Wasserverunreinigungen etc. Diese Tradition starb aus, eine andere blieb, wie bereits auf einem Bild aus den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts gezeigt wurde.

Bis in die 1970er-Jahre hinein war das Fischen mit Schleppnetzen an der Mittelahr üblich. Mehrmals im Sommer zogen die Fischer los, zum Beispiel in Dernau von der Recher Grenze bis zur Ahrweiler Grenze, dort, wo der Hubach in Marienthal mündet.

Sie arbeiteten mit zwei oder drei großen Netzen, die quer über den Fluss gespannt wurden. Ziel war es, die Ahr abzusperren, den Fischen den Weg zu versperren, sie in das Wurzelwerk der am Ufer stehenden Bäume zu treiben und sie dann mit den bloßen Händen zu fangen.

Ein solcher Fischzug dauerte oft den ganzen Tag. Früh am Morgen trafen sich die Männer am Fluss. Bis zu einem Zentner Fisch – manchmal mehr – brachte ein solcher Fischzug ein.

Auf halber Strecke wurde Mittag gemacht. Die Frauen der Fischer kamen zum Fluss, brachten Essen, prüften, was bislang gefangen worden war. Bachforellen, Regenbogenforellen, Äschen, Barben, Döbel, Hasel, gelegentlich Aale, manchmal Neunaugen gab es da zu sehen.

Wenn der Fischzug beendet war, traf man sich im Hof eines der Fischer. Dort wurde der Fang aufgeteilt – gerecht, nach Tradition, ohne Streit. Jeder erhielt seinen Anteil. Die Netze wurden aufgehängt und repariert, die Fische ausgenommen und entschuppt. Ein Teil der Fische wurde gebraten und noch am Abend gegessen. Der größte Teil wurde in Essiglake eingelegt, eine Konservierungsmethode, die seit Jahrhunderten im Ahrtal üblich war. So hielten sich die Fische wochenlang.

Neben den Schleppnetzen gab es ein zweites wichtiges Werkzeug: den Hewer, das große Senknetz. Es wurde vor allem bei Starkregen eingesetzt, wenn das Wasser trüb war und die Fische sich an den Bacheinläufen sammelten.

Ein Foto zeigt zwei junge Männer aus Dernau, aufgenommen vor etwa fünfzig Jahren. Sie hocken am Fluss, den Hewer ihrer Vorfahren bei sich, stolz auf ihren Fang. Teil einer Tradition, die damals schon im Verschwinden begriffen war.