Ab 3. Oktober Weinhoheiten in Mayschoß: Laura Epstein (l.) und Eva Kirsch.
MAYSCHOSS. TW. Da dürfte allen, die in Mayschoß von Wein und Kulinarik leben, ein Stein vom Herzen gefallen sein: der Ort hat in diesem Jahr nach einjähriger Abstinenz wieder Weinhoheiten. Beim Weinblütenfest stellte Mirco Burkardt vom Verkehrsverein „Heimat & Tourismus Weinort Mayschoß“ zwei junge Frauen vor, die das Engagement für den Mayschosser Wein aktuellen Themen wie der Work-Life-Balance vorziehen und die viel Zeit ins Ehrenamt stecken wollen. Denn das Amt bedeute seht viel mehr, als „trinken und winken“, so Burkardt.
Die Überraschung war gelungen: die Krone der Mayschosser Weinkönigin wird in diesem Jahr die 25-jährige Laura Epstein tragen. Sie ist eigentlich Musikerin, kann mit dem Publikum umgehen und zeigte gleich, dass sie keine Scheu hat. Das Amt sei eine Herzensangelegenheit. Zum Wein sei sie durch ihren Freund gekommen. Der stammt aus einer Mayschosser Winzerfamilie und Laura war schon oft zur Mitarbeit in den Weinbergen. „Ich weiß, was an Zeit und Liebe in einem guten Wein steckt“, sagte sie bei der Vorstellung am Samstag. Sie freue sich zusammen mit ihrer Weinprinzessin auf eine tolle Zeit und viele Begegnungen. Als Weinprinzessin steht der künftigen Königin die 19-jährige Eva Kirsch zur Seite. Sie ist waschechte Mayschosserin und aktuell angehende Schreinerin. Und: sie nennt sich auch Winzerin. Im Nebenerwerb. Das Regentinnenduo wird zum Start der Mayschosser Weinwochen am 3. Oktober proklamiert.
Während sich der Waagplatz zur Verkündigung der neuen Weinregentinnen am Samstag trotz brühender Hitze mehr und mehr füllte, schlug Mirco Burkardt die Werbetrommel auch für künftige Jahre. Zum Amt der Weinregenten gehöre viel Herzblut, da müsse man die Jugend erst einmal für begeistern. „Denn es ist unheimlich wichtig, nach draußen zu tragen, was die Menschen im Glas haben“, rief er den vielen Gästen zu, die in erster Linie Schattenplätze auf dem Waagplatz suchten. Da sei es umso schöner, nach einem Jahr Durststrecke wieder fündig geworden zu sein, ergänzte Burkardt.
Derweil nutzte der neue Ortsbürgermeister Olaf Leidreiter die Bühne, um allen Mayschosser Vereinen für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken. Die Dorfstruktur stimme, alle arbeiten zusammen und es sei leicht, Menschen zu motivieren. Sein abgewandeltes Motto für die Weinfestlichkeiten: „In vino veri-Spaß.“ Für die designierten Weinhoheiten war dann Zeit, sich ins Getümmel des Weinblütenfestes zu stürzen, das einzige Fest seiner Art an der Ahr, bei dem der Verkehrsvereins-Chef gute Aussichten verkündete: „Die Weinblüte ist in vollem Gange, in den letzten Wochen haben die Reben alles bekommen, was sie brauchten: viel Sonne, viel Wasser, die Natur ist förmlich explodiert. Wir freuen uns Stand heute auf einen ganz tollen Jahrgang.“