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Mittelahr Bote
Ausgabe 30/2026
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Der Blick des Einzelnen auf die Flut

Menschen der Ausstellung standen bei der Eröffnung in Altenahr Rede und Antwort.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit den Machern der Ausstellung vom Museum of Humanity.

 

 

Ausstellung „We AHR strong“ im Beisein des Bundespräsidenten eröffnet

ALTENAHR. In Kooperation mit der niederländischen Organisation „Museum of Humanity“ präsentiert die Kreisverwaltung Ahrweiler die Freiluftausstellung „We AHR strong – Fünf Jahre später, ein neuer Blick“. Für sechs Wochen werden an vier Standorten in den flutbetroffenen Verbandsgemeinden und Städten des Landkreises Ahrweiler großformatige Portraits und bewegende Interviewausschnitte von Menschen aus dem Ahrtal gezeigt.

Eröffnet wurde die Ausstellung im Rahmen einer Gedenkfeier in Altenahr. Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe setzt die Ausstellung ein Zeichen des Erinnerns und richtet zugleich den Blick nach vorn.

Die Eröffnung ging einher mit der zentralen Gedenkveranstaltung des Kreises fünf Jahre nach der Flutkatastrophe. Nur einer fehlte zunächst bei der Eröffnung, nämlich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Bezeichnend, dass sein Flieger aus Berlin wegen eines Unwetters erst verspätet starten konnte. Immerhin kam Steinmeier im Laufe des Morgens noch, um sich mit die Ausstellung anzusehen und mit den Menschen zu sprechen.

Der Bundespräsident sprach vom Auftrag an die Politik, dafür zu sorgen, dass sich Hochwasserkatastrophen mit den Folgen, wie im Ahrtal gesehen, möglichst nicht wiederholen. Landrätin Cornelia Weigand hatte dazu bereits klar an den Bund appeliert: „Öffnen Sie den  Aufbauhilfefonds für wirksamen Hochwasserschutz in Form von Hochwasserrückhaltebecken.“ Worte, die immerhin Ministerpräsident Gordon Schnieder hörte, der die Wichtigkeit des Erinnerns betonte. Bürgermeister Dominik Gieler spreach von einer Region, „die sich nicht hast unterkriegen lassen.“ Er spach aber auch von einem noch langen Weg des Wiederaufbaus.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Menschen, die die Flut im Juli 2021 erlebt haben. Ihre persönlichen Geschichten erzählen von Verlust, aber auch von Mut, Zusammenhalt und der Kraft, neue Wege zu gehen. Die Portraits und Interviewausschnitte würdigen ihre Widerstandsfähigkeit sowie die Menschlichkeit, mit der sie den Herausforderungen der vergangenen Jahre begegnet sind. Die Ausstellung vermittelt eine Aufbruchstimmung und möchte den Blick auf das richten, was die Menschen im Ahrtal gemeinsam geschaffen haben und weiterhin gestalten.

In Altenahr befindet sich die Ausstellung an der Tourist-Information in der Altenburger Straße. In Schuld sind die Stelen am Kriegerdenkmal in der Hauptstraße zu sehen.

In Sinzig sind fünf Ausstellungsstelen im Luna Park unterhalb des „Sinziger Löwen“ zu sehen. Dort steht der außergewöhnliche Zusammenhalt im Mittelpunkt, der die Menschen nach der Flut getragen hat. In Ahrweiler werden die Portraits entlang der Stadtmauer in der Friedrichstraße präsentiert. Die Freiluftausstellung ist bis zum 24. August kostenfrei zugänglich. Sie lädt Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste des Ahrtals dazu ein, die Portraits und Geschichten unter freiem Himmel zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und den Menschen zu begegnen, die das Ahrtal mit ihrem Mut und ihrer Zuversicht prägen.