Betzdorfs erste Telefonzelle stand auf dem Bahnhofsvorplatz.
… erinnert an das Telefon und das Fernmeldeamt in Betzdorf (Nr. 268)
Die erste Fernsprechanlage existierte in unserer Region mit einer Leitung von Betzdorf nach Gebhardshain. Das war im Jahre 1881. Gut zehn Jahre später, 1892, konnte die Reichstelegraphenanstalt, die schon 1871 im Bahnhofsgebäude eine Unterkunft gefunden hatte, in das neue Postgebäude auf der Insel umziehen. Ein Telegraphenbauamt gab es dort ab 1900. Eingerichtet wurde ein Fernsprechnetz mit zunächst 48 Teilnehmern, es gab Fernsprechleitungen nach Koblenz und nach Köln. Nach Siegen wurde am 22. Februar 1901 eine Leitung eingerichtet, Dauersberg erhielt 1914 als letzter Ort der Gemeinde Betzdorf einen Netzanschluss.
Nach dem letzten Weltkrieg war eine Modernisierung der sogenannten „Freisprechhandvermittlung“ an der Poststraße dringend notwendig geworden, aber nicht mehr zu realisieren. Also gab es Planungen für einen Neubau, das neue Fernmeldedienstgebäude ging 1954 an der Tiergartenstraße (heute Steinerother Str.) in Betrieb. Es war mit (damals) recht moderner Selbstwähltechnik ausgestattet. Dadurch fielen etwa 50 Arbeitsplätze der „Frolleins vom Amt“ (Telefonistinnen) weg.
Schon ab den 1900er-Jahren hatte es öffentliche Telefonanschlüsse gegeben, die treffend auch einfach „Öffentliche“ hießen. Sie befanden sich an frei zugänglichen Stellen wie Rathäusern, aber auch Bäckereien oder natürlich auch in Postämtern. Der große Apparat, zum Teil mit Münzeinwurf, hing an der Wand, das Gespräch musste angemeldet und die Verbindung vom „Frollein“ im Fernmeldeamt gesteckt werden. Erst ab den 1920er-Jahren gab es öffentliche Telefonzellen, in zunehmend größerer Zahl und ab 1951 auch im bekannten, typischen Gelb. Die erste Telefonzelle in Betzdorf stand auf dem Bahnhofsvorplatz und wurde Anfang der 1950er-Jahre aufgestellt.
(GB, betzdorf-geschichte@bgev.de).