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Aktuelles aus der VG Betzdorf-Gebhardshain, Ausgabe Betzdorf
Ausgabe 3/2023
Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain
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Ministerin übergibt Förderbescheid für Klärschlammverwertung in der Muhlau

Glückliche Gesichter bei der Übergabe der Förderbescheide. V.l.n.r.: Dr. Bernhard Baumann (Bürgermeister der Gemeinde Neunkirchen und Vorsteher des Abwasserzweckverbands Hellertal), Bernd Brato, Klimaschutzministerin Katrin Eder, Fred Jüngerich und SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis.

Dass es an einem Freitag den 13. auch gute Nachrichten geben kann, das bewies vergangene Woche Klimaschutzministerin Katrin Eder. In den Räumlichkeiten der Kläranlage „Muhlau“ in Wallmenroth überreichte sie Fred Jüngerich (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld und Vorsitzender der Kommunalen Klärschlammverwertung Region Altenkirchen, KKV AK GmbH) und Bernd Brato (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain und stellv. Vorsitzender der Kommunalen Klärschlammverwertung Region Altenkirchen) einen Förderbescheid in Höhe von 3,18 Millionen.

Der Bau der Thermischen Klärschlammverwertungsanlage ist mit rund 16,5 Millionen Euro veranschlagt. Da kommt eine Förderung gerade recht. Jüngerich dankte für die Förderung und lobte zudem das vorbildliche Zusammenspiel aller Akteure: „Alle haben an einen Strang gezogen - so funktioniert interkommunale Zusammenarbeit!“.

Gefördert werden bei dem Großprojekt in Wallmenroth insbesondere die Klärschlammtrocknung und die Eigenstromerzeugung in form einer rd. 300 Kilowattpeak (kWp) großen Photovoltaik-Anlage auf dem Betriebsgebäude und der Klärschlammlagerhalle.

Ursächlich für die Gründung der KKV AK GmbH und somit auch der Baumaßnahme war eine Änderung der Düngemittelverordnung im Jahr 2017. Diese schränkt künftig ein Ausbringen von Klärschlämmen auf landwirtschaftlichen Flächen erheblich ein. Aus diesem Grund entschied man sich bereits 2019 zur Gründung der Kommunalen Klärschlammverwertung Region Altenkirchen. Zur KKV AK GmbH gehören mittlerweile die Verbandsgemeinden aus dem Kreis Altenkirchen, der Abwasserzweckverband Hellertal (mit dem Städten Burbach, Herdorf, Neunkirchen und Wilnsdorf), die Verbandsgemeinden Hachenburg und Selters (mit Dierdorf) und die Gemeinde Windeck (Rhein-Sieg-Kreis; NRW).

In Zukunft sollen in der Muhlau jährlich rund 16.500 Tonnen Klärschlamm der vorgenannten Gesellschafter der KKV AK GmbH thermisch behandelt werden. Bei dem Trocknungsprozess entziehen die Trockner dem nassen Klärschlamm durch Trockenluft die Feuchtigkeit. Die hierfür notwendige Energie stammt aus der Verbrennung des Klärschlamms.

„Die Baumaßnahmen hier im Landkreis sind beeindruckende Belege dafür, dass immer mehr Kommunen dieses Thema konsequent aufgreifen und die Vision einer klimaneutralen Abwasserwirtschaft immer greifbarer wird.“, so Eders die zuvor gestand, dass sie ein großer Fan von Kläranlagen sei - denn auch die Wasserwirtschaft könne einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten.

Abschließend lobte Bernd Brato noch einmal die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, welche auch länderübergreifend wunderbar funktioniert. Besonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Kommunen dankte er für deren überdurchschnittlichen Einsatz. „Alle haben sich hinter dieses Projekt gestellt und es vorangetrieben.“, so Brato.

Einen weiteren Förderbescheid hatte Ministerin Katrin Eder für Fred Jüngerich und die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld im Gepäck. Rund 3,7 Millionen erhielt dieser für die Modernisierung und den Ausbau der Kläranlage Mehrbachtal. Dort sind die Arbeiten für den Umbau und die Erweiterung der Kläranlage ebenfalls bereits im Gange. Die Kläranlage wird zukünftig eine Ausbaugröße von knapp 8.000 Einwohnergleichwerten haben. Die Kläranlage Hasselbach wird im Zuge der Bauarbeiten aufgegeben und das Abwasser in die Kläranlage Mehrbachtal geleitet. Die Arbeiten an der Kläranlage Mehrbachtal werden voraussichtlich im Jahr 2024 abgeschlossen. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 11,6 Millionen.