Kunsthaus Wäldchen – Forst. Beim Abschlusskonzert der diesjährigen OpenArts-WerkFabrik und am zweiten Veranstaltungstag des diesjährigen open-arts-Festivals zeigten am vergangenen Freitag 5 angehende Profimusikerinnen und ein angehender Profimusiker samt ihren Dozentinnen in diversen Instrumentalkonstellationen großartige Streichermusik und hielten das Publikum im Studio des Kunsthaus Wäldchen bei wunderbarer Abendstimmung über 75 Minuten in Atem. Teils auf der Schwelle zum Nichts, dann wieder in durch überraschende Stille unterbrochenen Miniaturen verzauberten die jungen Künster:innen das Publikum. Rhoda Knötzele, Yessica Yuan, Kim-Chi Stutzinger (Violine), Kristin Weimert-Patschinsky und Pablo Teijero Galdo (Violoncello) sowie Anna Boida (Viola) hatten über drei Tage im Kunsthaus Wäldchen mit den Dozentinnen Susanne Müller-Hornbach und Susanne Stoodt an einem sehr abwechslungsreichen Programm gearbeitet, das wesentlich vom Frankfurter Komponisten Gerhard Müller-Hornbach kongenial zusammengestellt und moderiert wurde. Die WerkFabrik und mit ihr das Abschlusskonzert, so erläuterte zu Beginn der Veranstaltung der Gastgeber Daniel Diestelkamp, ist ein Produkt der Corona-Zeit und hat beim Festival open arts seit 2021 einen festen Platz, hat aber gleichzeitig auch eine 20-jährige Vorgeschichte mit jährlich stattfindenden Intensivseminaren für Cello-Studierende der Frankfurter und der Wuppertaler Hochschulklassen von Prof. Susanne Müller-Hornbach im Forster Kunsthaus.
Neben einer Uraufführung eines Streicher-Sextetts von Daniel Diestelkamp mit dem Titel „Choices“, bei dem die Musikerinnen teils im Improvisieren eigene Verantwortung für die Weiterentwicklung des Stückes übernehmen und das mit -gefühlt- minutenlang stehenden Klängen faszinierte, brachte die Mischung von kurzen Miniaturen in den Bagatellen von Anton Webern, György Kurtág und Wilhelm Killmayer, konterkariert von den für Streicher umgeschriebenen Klavier-Inventionen (Ideen) von J.S.Bach eine unerhörte Abwechslung und auch theatral anmutende, künstlerische Gegenüberstellung, so dass auch Menschen im Publikum -ohne tiefergehende Vorerfahrungen in diesem Musikbereich- bis zum letzten Ton bei der Sache blieben. Die beiden Dozentinnen hatten zu dem noch einen virtuosen Satz einer Sonate von Ravel selbst eingefügt. Das Konzert, das einfühlsam und großartig verständig von Gerhard Müller Hornbach moderiert wurde, endete mit dem umwerfenden Ricercar aus dem „Musikalischen Opfer“ (1747) von J.S. Bach. Das Publikum dankte für den vorsommerlichen Konzertabend eines besonderen künstlerischen Mehr-Generationen-Projekts mit anhaltendem Beifall. (Dorothé Marzinzik)
Die nächsten Veranstaltungen bei open arts:
04.06. 19 Uhr „Celebration“ Markus Stockhausen-Group
14.06. 15 Uhr Familienworkshop „Wildbienen & Dungkäfer“