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Mitteilungsblatt Hamm (Sieg)
Ausgabe 31/2026
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LG Sieg bei den Deutschen Meisterschaften

Mastersathlet Franz Josef Schmidt (Oettershagen) hält bei den Deutschen Meisterschaften in Mönchengladbach die hochkarätige M75-Mittelstreckenkonkurrenz mit seinen Spurtqualitäten auf Abstand – Zweimal Gold über 1500 m und 800 m

Klaus Selbach ist gebürtiger Wissener und absolvierte 1970 das Abitur am Wissener Gymnasium. Seit seiner Schülerzeit ist er bis heute der Leichtathletik eng verbunden. Er studierte Sport und Biologie und unterrichtete diese Fächer am Kempener Gymnasium.

 

Das gab es wohl noch nie bei Deutschen Meisterschaften in der Altersklasse M75: Sowohl über 1500 m als auch über die Zweirundendistanz der 800 m starteten alle, die momentan im Deutschen Leichtathletikverband Rang und Namen hatten.

Das Foto von links zeigt die fünf Erstplatzierten v.l Dietmar Schmidt/Waldbröl, Wolfgang Lenz/Weinstadt, Franz Josef Schmidt LG Sieg, Diethard Weichsel/Zwickau und Heinz Schwarz/Neuwied kurz nach dem Zieleinlauf des 800 m-Rennens. Alle Läufer hatten sich vor den Meisterschaften bereits mit dem Titel „Deutscher Meister“ in der Altersklasse M75 schmücken können.

So war es nicht verwunderlich, dass die Rennverläufe der beiden Finals von abwartender Taktik bei hohen Temperaturen bzw. störendem Wind geprägt waren. Für Franz Josef Schmidt, der sich seit nunmehr 63 Jahren ununterbrochen aktiv der Leichtathletik widmet (davon exakt ein halbes Jahrhundert Leistungssport auf verschiedenen Laufdistanzen), gab es, wie immer bei Meisterschaften, nur die eine Taktik: Im Feld mitschwimmen und auf den letzten 100 Meter seine seit Anfang der 90ger Jahre peu a peu entwickelte Spurtkraft einsetzen. Die Generalprobe hierzu hatte der pensionierte Grundschullehrer zwei Wochen zuvor bei den Südwestdeutschen Meisterschaften in Bad Ems vorzüglich absolviert: 100 m in 16,09 sec/Platz 3 und 400 min 74,70 sec/Platz 1, dazu noch nebenbei Platz 1 im Speerwurf/26,90 m.

Mit dieser Taktik und Vertrauen auf das vorangegangene Training in den vergangenen Wochen der Vorbereitungszeit, das er seit über 1980 ohne Trainer gestaltet, ging es sowohl über 1500 m am vergangenen Freitag und am folgenden Samstag über 800 m auf die Zielgerade. Überfallartig passierte er jeweils die Führenden und sicherte sich mit 6:16,65 sec und 2.58,53 sec beide Goldmedaillen. Wie schnell die letzten 100 m waren zeigt der Abstand der jeweiligen Medaillengewinner. 1500 m:1. Schmidt/6:15,65 min, 2. Weichsel/6:18,43 min, 3. D. Schmidt/6:20,06 min 800 m: 1. Schmidt/2:58,53 min, 2. Weichsel/3:00,57 min, 3. Lenz/3:01,75 min.

Ausgang der Schlussrunde des 800 m-Rennens hatte sich der heute 56fache Deutsche Meister auf den 2. Platz hinter dem Waldbröler Schmidt auf die 2. Position vorgeschoben, um sich auf den Schlussspurt vorzubereiten. An dieser Stelle nahm er neben den Laufsprecherkommentaren plötzlich persönliche Anfeuerungsrufe von außen mit ihm vertrauter, bekannter Stimme aus früheren Zeiten war. Nach dem Zieleinlauf stellte sich heraus, dass es der frühere Wissener Leichtathlet (LG Wissen-Hamm/LG Sieg) Klaus Selbach war, der seinen alten Vereinskameraden, mit dem er 1967 im Waldlauf sowie 1973 im Fünfkampf jeweils mit dem Dreierteam die Rheinlandvizemeisterschaft gewonnen hatte. Das war natürlich eine Riesenüberraschung!

 

 

 

 

 

Der frühere Rheinlandmeister über 400 m-Hürden und Sechster der Deutschen Jugendmeisterschaften über die gleiche Distanz (Schweinfurt 1970) war von seinem jetzigen Wohnort Kempen die 25 km mit dem Rad nach Mönchengladbach gefahren, um den 800m-Lauf zu verfolgen. Schmidt dazu: „Das Wiedersehen ist mir mehr wert als eine Goldmedaille! Diese ganz persönliche Ehrung bleibt für immer in Erinnerung!“

Auf die eigentlich geplanten 400 m am Sonntag verzichtete der frischgebackene Doppelmeister. Sie hätte ihm wohl eine weitere Medaille hinter dem Überflieger Karl Dorschner eingebracht. Sein Kommentar dazu: „Weniger ist in meinem Alter mehr!“