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Mitteilungsblatt Hamm (Sieg)
Ausgabe 34/2026
Kirchliche Nachrichten
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Geistlicher Impuls der Woche

Bleibt fest in der brüderlichen Liebe! Hebräer 13,1

Liebe Gemeinde,

„Bruder“ ist eine unter Christen gebräuchliche Anrede anstelle von „Herr“ – oder „Schwester“ anstelle von „Frau“. Andreas Malessa, evangelisch-freikirchlicher Theologe, beschreibt das so: „Folgt der Nachname („Bruder Meier“), befinden Sie sich in einer Freikirche. Folgt der Vorname („Bruder Karl“), befinden Sie sich in einem Kloster. Wird die Vorsilbe von Amts wegen verwendet („Sehr geehrter Bruder Schmidt“), befinden Sie sich unter landeskirchlichen Pfarrern. Legt Ihnen jemand die Hand auf die Schulter, schaut Sie sorgenvoll an und beginnt nach tiefem Luftholen mit „Bruder …“, dann machen Sie sich auf einen Tadel gefasst im Sinne von „Hör mal, Freundchen …“

Leider ist die Anrede „Bruder“ oder „Schwester“ unmodern geworden. Ob man es nicht mehr mag, verortet zu werden, als Menschen, die durch Christus Geschwister sind? Meine Erfahrung mit Pfarrern, vor allem auch in der DDR ist, dass durch die Anrede „Bruder“ eine Offenheit entsteht, die Herzen öffnen und Vertrauen schaffen kann, eben brüderliche Liebe.

Der Verfasser des Hebräerbriefes schreibt am Ende seines Briefes noch einmal, um was es ihm geht im christlichen Glauben, um was es in der christlichen Lebensführung gehen soll. Menschen, die zu Christus gehören, sind Menschen, die sich lieben. Klar sieht die Wirklichkeit oft anders aus. Da ist es hilfreich, sich auf das zu besinnen, was wir „Familie“ nennen. Geschwister halten zusammen, verlassen sich aufeinander. Und gerade darin sollen Christen Vorbilder sein. Das heißt ja nicht, dass es unter Geschwister, in einer christlichen Gemeinde, keine Auseinandersetzungen, keine Konflikte gibt. Und leider werden solche Konflikte nicht immer brüderlich gelöst. Davon kann man ein trauriges Lied singen. Aber das ändert nichts an der Grundrichtung, „Schwestern und Brüder“ zu sein. Immer kann man darauf hinweisen, dass wir als Brüder und Schwestern in der Gemeinde, in der Kirche unterwegs sind. Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Das ist wichtig. Das schärft uns diese Bibelstelle ein.

Mit diesen Andachtsworten grüßt Sie Ihr Pfarrer Prof. Michael Klein