(v. l.): Ulrich Marciniak (1. Beigeordneter VG Wissen), Dr. Andreas Brucherseifer-Escher (Vors. Förderverein), Dominik Weitershagen (Kulturwerkwissen) und Jochen Stentenbach (Tourist-Info VG Wissen)
Bisher gibt es im Wisserland kaum Erinnerungen und Infos zur früheren Montanindustrie, welche für viele Generationen die Lebensgrundlage darstellte und das kleine Dorf Wissen und die Gemeinden im Wisserland grundlegend veränderte. Dank des Fördervereins kulturWERKwissen konnte jetzt ein Bestandteil der Erinnerung an diese Zeit fertiggestellt werden: interessante historische Fotos im Bereich des Wissener Bahnhofs.
Schon seit ein paar Wochen sind am Übergang über die Bahngleise zur Walzwerkstraße transparente Folien in den Fenstern zu sehen. Diese zeigen - im Layout des nationalen GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus - die großen damaligen Bergwerke und Gruben, welche die Hütten mit Eisenerz versorgten. Hinzu kam jetzt das großformatige Foto über der Türe im RegioBahnhof. Zu sehen sind die Alfredhütte mit ihren zwei Hochöfen, die große Halde „Sandberg“ und das Werk 1 des Walzwerks. Die Alfredhütte wurde nach dem 2. Weltkrieg geschlossen, an gleicher Stelle wurde das Werk 2 des Walzwerks errichtet – die heutigen Hallen der Brucherseifer Transport und Logistik.
Bestrebungen, die Erinnerungen und das „Wissen über Wissen“ zu bewahren und für heutige und zukünftige Generationen verständlich zu machen, gab es schon lange – insbesondere aus ehrenamtlichen Initiativen wie der Zukunftsschmiede der Verbandsgemeinde Wissen. Es fehlten der „rote Faden“ und letztlich auch die finanziellen Mittel für ein so umfangreiches Vorhaben. Mit dem GEOPARK als Partner sollte sich dies ab 2025 ändern, mit Erfolg. Nach einer Leader-geförderten Konzept-Erstellung folgen nun verschiedene Projekt-Bausteine, eines davon spendete der Förderverein kulturWERKwissen e. V. – „blechen“ Sie mit!
Vorsitzender Dr. Andreas Brucherseifer-Escher freute sich über die gelungene Kooperation zwischen Verein, GEOPARK, kulturWERKwissen, Stadt Wissen und der Firma JO.SCH-Werbung, welche die Folien produzierte und anbrachte. Bilder sagen schließlich mehr als tausend Worte. Ohne etwas Text und Infomaterial kann man die damaligen Produktionsabläufe dennoch nicht erklären. Um dies besser zu verstehen, gibt es im RegioBahnhof bereits eine interessante Info-Wand am Fenster der Post-Agentur. Hier geht es um die Transportwege, welche damals in Wissen weithin sichtbar waren: Seilbahnen, Kleinbahnen und der Bahnanschluss im Siegtal als Grundlage des Aufschwunges in der Region. Daneben wird in Kürze die neue GeoRoute „Spazierweg Industriekultur Wissen“ offiziell eröffnet. Diese ca. 4 km lange markierte Rundtour mit 2 möglichen kürzeren Varianten wurde durch das LEADER-Regionalbudget gefördert und kann bereits jetzt ab dem kulturWERKwissen gewandert werden.
Das Wissen über die industrielle Entwicklung steht dann nicht nur auf den örtlichen Schildern, sondern auch online zur Verfügung. Dazu werden auch erstmals die großen Bergwerke in den Ortsgemeinden des Wisserlandes entsprechend beschildert. Dies alles ist nur dank Spenden und Fördermitteln möglich, wofür sich die Akteure herzlich bedanken.
Infos zum Thema gibt es in der Tourist-Information Wisserland (info@wisserlandtouristik.de) und im Büro des kulturWERKwissen (mail@kulturwerk-wissen.de). Ansprechpartner sind Jochen Stentenbach und Dominik Weitershagen.