Am Dienstag (21. April) trafen sich Landwirte und die Vertreterin der Bürgerinitiative „Wolfsprävention Westerwald“ die zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte. Die Teilnehmer betreiben, außer Markus Stangier der einen Betrieb mit rund 150 Tieren im Haupterwerb führt, im Nebenerwerb Viehhaltung und sorgen sich parallel dazu um die Pflege der Flächen.
Nachdem es bereits mehrfach zu Sichtungen im Bereich vom Hof Paffrath 9. April und dem Bereich Weidacker/Nistertal 16. April kam, wollen die Anlieger auf die Problematik hinweisen. Neben Bianca Belleflamme (BI) waren Markus Stangier, Johannes Ortheil, Burkhard Reuber, Brigitte Schmidt (Hof Paffrath), Berno Neuhoff (Highlandcattle Westerwald GbR) sowie Markus Kühn als stellvertretender Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau erschienen.
Zunächst erläuterte Markus Stangier die Problematik, dass es sich bei den Flächen um kleinzellige und unterschiedlich strukturierte Flächen handele. Diese liegen fast ausschließlich auf Kuppen oder aber in Tallagen. Beides, so Stangier weiter, mache es fast unmöglich, die kleinen Parzellen mit den üblichen Standards der Wolfsschutzzäune betrachten zu können. Die anderen Teilnehmer stimmten ihm zu, dass die zuständigen Stellen, hier im Besonderen das Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO), viel zu lange für Entscheidungen brauche.
Um die Pflege der Natur und die Weidehaltung zu koordinieren sind viele Schritte erforderlich. So müssen die Tiere, die auf den Wiesen gehalten werden, regelmäßig umgetrieben werden, um die Weideflächen nicht „auszulaugen“. Burkhard Reuber konnte mitteilen, dass er über fünf Wolfschutzzäune verfüge, aber rund 20 davon bräuchte, um alle Flächen, soweit es überhaupt möglich sei, einzuzäunen. Johannes Ortheil beklagt, dass Anträge seit Oktober bei KLUWO lägen und nicht einmal eine Antwort käme. Markus Kühn zeigte erneut auf, dass das KLUWO immer wieder von falschen Voraussetzungen ausginge. Die Landschaft hier kann nicht mit den Bereichen in Niedersachsen oder der Lausitz verglichen werden, so Kühn weiter. Neuhoff stellte für die GbR fest, dass die Pflegearbeiten der Flächen im Ehrenamt geleistet würden und dies alles kein Selbstzweck sei.
Was den Landwirten, unabhängig ob im Haupt- oder Nebenerwerb, immer wieder auffällt ist, so die einhellige Meinung, dass zwischen dem „gewollten Tierwohl“ und den Voraussetzungen große Lücken klaffen. Wie sollen wir naturnahe Tierhaltung betreiben, Stichwort Tierwohl, wenn die Voraussetzungen nicht geschaffen werden können, fragen sie sich. Für die Landwirte im Wisserland und anderswo darf es keine Entscheidung zwischen „Pest und Cholera“ geben, so die Teilnehmer. Wir wollen alle, dass die Weidetiere wirklich Weidetiere sein können und nicht, dass aufgrund der Gefahr durch den Wolf, hochgradig gesicherte Ställe erforderlich werden. Die Politik muss endlich aktiv werden, lautet die Forderung der Landwirte zum Abschluss.