Titel Logo
Mitteilungsblatt Wissen - Wisserland...mehr wissen!
Ausgabe 25/2023
Hauptthemen
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Hof Höfer in Obergüdeln: Milch und Joghurt für die Verbraucher-Region aus dem Wisserland

In den hochmodernen und teilweise digitalisierten Ställen fühlen sich auch die Tiere sichtlich wohl.

Neue Wege auch beim Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln - Engagement für die Werte der Landwirtschaft

Auf Einladung von Josua und Bernhard Höfer besuchte Bürgermeister Berno Neuhoff kürzlich den Betrieb Milchhof Höfer in Obergüdeln. Die Familie Höfer ist auf dem Bauernhof im Siegtal seit vielen Generationen tätig. Die größten Herausforderungen der Landwirtschaft ist die zunehmende Bürokratie, die Erwirtschaftung gewinnbringender Erlöse aus Lebensmitteln wie z.B. Milch oder Eier, sowie die Veränderungen auf den Flächen aktiv mitzugestalten. Dies wird durch die EU und den Bund durch aktuell falsche Agrarpolitik erschwert.

Gesprochen wurde auch darüber, wie Landwirtschaft ein wichtiger Wertschöpfungsfaktor für die Region ist, welche aktuellen Probleme aber auch Chancen auf den Höfen im Wisserland bestehen. Bernhard Höfer: „Früher lieferten wir Milch in jede Schule sowie jedes Seniorenheim. Das ist längst nicht mehr so. Viele kaufen zentral ein und verzichten auf regionale Produkte, weil es einfacher und billiger ist.“ Joghurt, Milch, Eier und auch die Lieferung von Haus zu Haus bilden das Rückgrat des großen Betriebes; dafür kennt man die Familie Höfer seit Jahrzehnten. Dennoch macht die Digitalisierung auch hier keinen Halt. Neben hochmodernen Maschinen geht an Melkrobotern zukünftig kein Weg vorbei, zumal man kaum noch qualifizierte Fachkräfte findet.

Der Bürgermeister konnte sich ein Bild davon machen, dass viele Ställe und Fahrzeuge heute hochmodern und digitalisiert arbeiten. Durch den Einsatz solcher Maschinen kann ressourcenschonend der Fokus auch zunehmend auf das Tierwohl und den Umweltschutz gelegt werden. Vielfach besteht dazu einfach ein falsches Bild in der Öffentlichkeit.

In einer durchdachten Fruchtfolge baut Josua Höfer (23) auf den Flächen neben Getreide auch andere Ackerfrüchte an, die ein weiters Standbein des Betriebes bilden. Dies ist nicht nur abwechslungsreich für die Böden, sondern auch für die Vielfalt und das Bild der regionalen Landwirtschaft. Josua Höfer: „Landwirtschaft bedeutet für mich, Lebensmittel mit Fachkenntniss im Einklang mit der Umwelt zu produzieren, und nicht eine zunehmend stärkere Extensivierung wodurch in der Praxis Lebensmittel aus dem Ausland eingekauft werden müssen“. Berno Neuhoff: „Wichtig wäre es, dass wir Verbraucher, aber auch größere Abnehmer wie Krankenhäuser etc. in der Region bereit sind, sich mit dem Thema der regionalen Produkte konstruktiv auseinanderzusetzen“.

Neben Milch, Fleisch und Getreide werden von Betrieben in der Region Westerwald-Sieg Eier, Obst, Gemüse und viele andere Lebensmittel produziert.

Über 500 Landwirtschaftsbetriebe werden deutschlandweit von Familien geführt und ein Drittel der Fläche in der Raiffeisen-Region sowie den Regionen Rhein-Wied und Westerwald-Sieg sind landwirtschaftlich genutzt. Dies gilt es zu erhalten und daher engagieren sich die Landwirte auch in der Initiative: „Landwirtschaft die Werte schafft“, so Höfer.

Bürgermeister Neuhoff betonte, dass trotz der sinkenden Zahl von Landwirten im Haupterwerb im Wisserland diese durch die Nutzung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Vielfalt der Kulturlandschaft bilden. Neuhoff: „Ich freue mich, dass es in unserer Region auch junge Leute gibt, die sich für diesen wunderbaren und nicht einfachen Beruf entscheiden. Es ist auch wichtig, dass bei uns neben Gras und Mais, nachwachsende pflanzliche Lebensmitteln angebaut werden, wie es vor vielen Jahrzehnten noch üblich war.