Aufstellung Schützenfest Schönstein vor 90 Jahren
In diesen Tagen jährt sich das Schönsteiner Schützenfest zum 90. Mal. Gefeiert wird im Schlossdorf vom 28. bis 30. Juni. Vor neun Jahrzehnten berichtete die Heimatzeitung „Siegblätter“ gleich mehrfach über dieses bedeutende Ereignis. Los ging es mit dem Königsvogelschießen an Fronleichnam 1936. Mit „Unsere St. Sebastianus-Schützenbruderschaft hatte gestern das Vogelschießen“ heisst es am Folgetag in der Zeitung und weiter: „Eine stattliche Anzahl Schützenbrüder unter Vorantritt der Wissener Feuerwehrkapelle zog hinaus zum Schießstand, um den Besten unter den Teilnehmern entscheiden zu lassen“. Es hub ein lustiges Knallen an und eine Zeit lang schien es so, als ob kein Anwärter da sei. Aber es schien nur so, denn auch die jüngsten Schützenbrüder hatten es erfasst, dfass der Name St. Sebastianus-Schützenbruderschaft auch in diesem Jahrewieder königlich vertreten sein musste. Und von diesen Jüngsten erreichte dann der Schützenbruder Aloys Schmidt, im bürgerlichen Leben Friseur, die Königswürde. Des Volkes Jubel nahm keine Ende und die Feuerwehrkapelle mit ihrem Dirigenten Anton Ebach hatte große Mühe, alle die gewünschten Hochs zu Füßen zu legen. Wie wir schon voraussagten, war mit einer großen Zahl Festgäste zu rechnen. Uns was den Hof für das am 27., 28. und 29. Juni zu feiernde Fest angeht, sind schon alle Plätze besetzt. Dafür sorgt der sympathische König und auch sein Vater und Seine Familie, nicht zu reden von dem aus dem Volke herausgeborenen tüchtigen Schützenvorstande. Soweit der Bericht vom 12. Juni 1936.
Am 23. Juni erschien dann eine Auflistung des Festprogramms. Dabei hat sich bis heute offensichtlich nicht viel geändert. So kündigten Böllerschüsse am Festsamstag abends sieben Uhr das Fest an. Der Zelteintritt kostete je 0,50 Mk, eine Dame frei. Angehörige des Wissener Schützenvereins hatten bei Vorzeigung der diesjährigen Mitgliedskarte freien Eintritt mit einer Dame. Abschliessend lädt man zur Teilnahme an der Johannesfeier am Sonntagmorgen.: „Restlose Beteiligung ist Pflicht“. Unterzeichnet hat die Einladung der damalige Schützenmeister Josef Breiderhoff. Er war auch Schönsteins Ortsbürgermeister und von Beruf Schmied.
Der Johannes-Prozession widmeten die „Siegblätter“ natürlich ebenfalls einige Zeilen. Unter anderem ist festgehalten: „Seit undenklichen Zeiten zieht alljährlich am Sonntag nach dem Feste des Johannes des Täufers von der Wissener Pfarrkirche aus eine eucharistische Prozession über Schönstein zum Heister wo vor dem kleinen altehrwürdigen Kapellchen, das dem hl. Sebastianus geweiht ist, ein feierliches Messopfer gehalten wird. Der Festpredigt gab der Volksmund den passenden Namen „Bergpredigt“. Von jeher glänzt bei der Prozession die St. Sebastianus-Schönstein durch restlose Beteiligung ihrer Mitglieder. Aber auch die übrigen Katholiken – die Jugend, die Frauen und insbesondere die Männer – sind immer sehr stark vertreten. Sie halten mit strenger Zähigkeit an dem heiligen Erbe so gut in treuer Anhänglichkeit, dass in jedem Jahre eine stärkere Beteiligung festgestellt werden kann“. Soweit die Heimatzeitung.
Die Namen des Hofstaats und die Sieger des Preisschießens gab das Blatt dann am Dienstag, 30. Juni, bekannt. (bt)